Baden
Geri Müller: Platz 7 auf der Abwesenheitsliste im Nationalrat

Der Badener Ammann verpasste im Nationalrat 25 Prozent der Abstimmungen – im Stadtrat hingegegen fehlte Geri Müller noch nie. Trotzdem glaubt er weiterhin, dass die Ämter gut vereinbar sind.

Pirmin Kramer
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Termin in Baden: Geri Müller bei der Eröffnung des Biergartens. M. Marx

Termin in Baden: Geri Müller bei der Eröffnung des Biergartens. M. Marx

Mathias Marx

Er werde als Nationalrat zurücktreten, falls die Doppelbelastung als Stadtammann von Baden und Parlamentarier der Grünen zu gross werde, sagte Geri Müller im Februar dieses Jahres. So antwortete er im Badener Wahlkampf seinen politischen Gegnern, die an der Vereinbarkeit der beiden Ämter zweifelten.

Ein Blick auf die Abwesenheitsliste der 200 Nationalräte macht nun stutzig: In der zu Ende gegangenen Sommersession hat Geri Müller gemäss «Politnetz.ch» 53 Abstimmungen verpasst.

Damit liegt er in der Rangliste der Parlamentarier mit den meisten Absenzen auf dem siebten Platz. In den Sessionen zuvor hatte Müller deutlich weniger gefehlt, nur einmal landete er in die Top 20, ansonsten immer im Mittelfeld.

Warum hat Müller in dieser Session so viele Abstimmungen verpasst? «Gefehlt habe ich nicht viel im Nationalrat», sagt Müller. «Aber an einem Sondersessions-Nachmittag, an dem ich abwesend war, fand ein Grossteil der 53 Abstimmungen statt, die ich verpasste.»

Nie gefehlt hat Müller hingegen an den Stadtratssitzungen in Baden, wie Stadtschreiber Heinz Kubli auf Anfrage sagt. Viele der Stadtammann-Termine habe noch sein Vorgänger Stephan Attiger aufgegleist, manchmal müsse er einen Termin darum auch verschieben, erklärt Müller.

Ab der Wintersession werde er alle Termine selber aufgleisen können.

«Ich bin zwar manchmal zu Flexibilität gezwungen, aber die beiden Ämter sind gut vereinbar», sagt Müller. Er werde sogar von Leuten angesprochen, die ihn erst für das Doppelmandat kritisierten, nun aber die Vorteile erkannt hätten.

Nach wie vor gelte seine Aussage, er werde im Falle einer zu grossen Belastung wegen des Doppelmandats als Nationalrat zurücktreten. «Derzeit ist es aber gut machbar.»