Hat der Badener Jurist Josef Bollag die Ex-Chat-Bekannte Geri Müllers dafür bezahlt, mit der Affäre an die Öffentlichkeit zu gehen? Wie die «Sonntagszeitung» gestern mitteilte, finden sich in den Akten der Berner Kantonspolizei unter den Hunderten von SMS auch verklausulierte Nachrichten, in denen Bollag und die Frau von einer «Katze» reden.

Dabei handle es sich um ein Code-Wort für Geld, vermutet das Sonntagsblatt. So habe die Frau an Bollag am 10. August, eine Woche bevor der Skandal publik wurde, folgendes geschrieben: «Ich habe voraussichtlich einen Engpass bis Ende Monat September/Anfang Oktober. Sollte dann wieder ein Honorar haben, darf ich Sie fragen, ob ich mit Ihrer Hilfe die Katze übers Wasser bringen kann? V. a. befreie ich Baden von einem Irren ...». Drei Tage später schrieb Bollag der Frau: «Wir haben noch die Pendenz mit der Katze nächste Woche, o. k.?»

Steckt da mehr dahinter?

Während die Frau der Zeitung gegenüber erklärt, sie könne sich nicht daran erinnern, Geld erhalten zu haben, bestätig der Badener Jurist Bollag eine Zahlung.

«Es trifft zu, dass mich Frau W. um Hilfe bat und ich ihr einmal eine finanzielle Unterstützung gewährte.» Er habe ihr 2000 Franken bezahlt, weil sie sich bedroht fühlte und nach Frankreich reisen wollte.

Das Blatt vermutet hinter der Transaktion allerdings mehr als eine simple Hilfeleistung.

In Baden habe «man offensichtlich eine etwas verwirrte Frau dafür ­bezahlt, dass sie den ungeliebten Stadtammann Geri Müller mit einer schlüpfrigen Sexgeschichte zu Fall bringt.

Wenn das der neue Standard werden soll, wie man in der Politik miteinander umgeht, dann muss man sich auf neue Tiefen ­gefasst machen», kommentiert «Sonntagszeitung»-Chefredaktor Arthur Rutishauser im Editorial.

Bollag ist ein politischer Gegner des Grünen-Nationalrats. Er hatte Müller im Stadtammann-Wahlkampf unter anderem eine unkritische und unausgeglichene Haltung gegenüber der Hamas vorgeworfen. (per)