Baden
Geschafft: endlich wieder ausschlafen, statt zu lernen

Die Höhere Fachschule für Wirtschaft, Zentrum Bildung, hat 42 Diplomierte gefeiert. Diese dürfen sich «Professional Bachelor» nennen und sind dank viel Wissen und vor allem Bezug zur Praxis gerüstet für den Berufsalltag.

Barbara Scherer
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«Professional Bachelor»: 42 erhalten ihr Diplom
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Neben der Arbeit zu studieren ist hart, das weiss der Rektor Joseph Sutter
Stadträtin Ruth Müri legt Wert auf Berufsbildung
Nach drei Jahren an der HFW können die Absolventen am Samstag wieder ausschlafen
Laut Beatrice Bruggisser erobert eine neue Generation den Arbeitmark
Diese drei Herren können stolz auf sich sein, sie haben die besten Gesamtabschlüsse
Das langersehnte und hart erarbeitete Diplom wird überreicht
In Baden erhalten die HFW-Absolventen auch einen englischen Titel

«Professional Bachelor»: 42 erhalten ihr Diplom

Barbara Scherer

Sie haben gearbeitet, gelernt und dabei auf Ausschlafen und ruhige Feierabende verzichtet – 42 Personen konnten am Freitagabend in der Stanzerei ihr hart erarbeitetes Diplom der Höheren Fachschule für Wirtschaft (HFW) entgegen nehmen. «Noch nie hatten wir so viele Absolventen», sagt Anna Vollmer, Kommunikationsbeauftragte der Wirtschaftsschule Baden, Zentrum Bildung. Zwei volle Klassen füllte dieser Jahrgang. Doch nicht nur die Anzahl der Absolventen ist ungewöhnlich, alle 42 haben bestanden, was nicht selbstverständlich ist.

Harte Arbeit, die sich lohnt

Während dreier Jahren wird das Diplom erarbeitet und gleichzeitig 80 bis 100 Prozent weiter gearbeitet. Da bleibt wenig Zeit für Freunde und Freizeit. Statt ins Kino zu gehen, wird zu Hause gelernt. «Es ist ein berufsbegleitendes Studium und fördert das Durchhaltevermögen», sagt Joseph Sutter, Rektor Weiterbildung, Studiengangleiter HFW. Der erlangte Abschluss ist jedoch kein akademisches Diplom. Anders als Fachhochschulen oder Universitäten legt die Höhere Fachschule mehr Wert auf Praxisbezug. Die grösste und letzte Hürde bildet die Diplomarbeit, welche einen Fall der eigenen Firma behandeln soll. Um den Abschluss auch international erkennbar zu machen, erhalten die Diplomierten in Baden den englischen Titel «Professional Bachelor».

Mit dieser Massnahme setzt sich die Schule für internationale Berufsmöglichkeiten ihrer Absolventen ein. Auch die Stadträtin des Ressort Bildung, Ruth Müri, betont in ihrer Grussrede den Wert der Berufsbildung. Die Stadt setze sich mit einer Stärkung der Weiterbildungen für eine langfristige Sicherung von Fachkräften ein. Doch wohin geht es mit dem gesammelten Wissen? «Sie können eigentlich alles», sagt Béatrice Bruggisser, Leiterin Aus-und Weiterbildung und Mitglied des Kaders Aargauische Kantonalbank Aarau, mit einem Augenzwinkern. Schliesslich gehören die meisten Absolventen der sogenannten «Generation Y» an. Geboren in den achtziger Jahren und voller Wissbegierde, verlange diese Generation nach einem neuen Arbeitsmarkt.

Sozial vernetzt, digitalaffin und mit einem Verlangen nach flachen Hierarchien fordern die Y-ner ihre Arbeitgeber heraus. Dabei bietet die Generation aber auch etwas, so haben drei Absolventen exzellente Abschlüsse vorzuweisen. Darunter auch der stolze Verfasser der besten Diplomarbeit: Michael Wenger, Angestellter der Aargauischen Kantonalbank in Aarau.

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