Künten
Geschäftsführer Werner Kaufmann: «Wir sind auf dem richtigen Weg»

Als selbstständiges Unternehmen will die Krankenkasse Birchmeier künftig auch in städtischem Gebiet stärker wachsen. Mit 9132 Versicherten zählt die Krankenkasse aus Künten in den letzten Jahren fast doppelt so viele Mitglieder wie vor fünf Jahren.

Dieter Minder
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Geschäftsführer Werner Kaufmann in Künten. Alex Spichale

Geschäftsführer Werner Kaufmann in Künten. Alex Spichale

«Auf dieses Jahr hin haben wir weitere 624 Mitglieder gewonnen», sagt Geschäftsführer Werner Kaufmann.

«Diese Zunahme bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Er ist von der Bedeutung der kleineren Krankenkasse überzeugt. «Im kompakten Team sind wir Generalisten und somit näher bei den Kunden.»

Die 12 Angestellten teilen sich 6,5 Vollstellen. Auch die Vorstandsmitglieder seien aktiv beteiligt: «Wir sind auf deren Fachwissen angewiesen.»

Medikamente etwas günstiger

Die durchschnittlichen Leistungen pro Versicherten sind während Jahresfrist von 2455 auf 2477 Franken gestiegen (siehe Box). «Dabei sind Aufwendungen für Medikamente, die in Apotheken bezogen werden, um 13 Prozent zurück gegangen», sagt Kaufmann.

Kennzahlen 13.12.2012

Mitglieder 9132
Prämieneinnahmen 20'555'806 Franken
Leistungen 18'673'348
Leistung pro Kopf 2477
Betriebsaufwand 1'349'737
Ertrag Kapitalanlagen 773'737
Gewinn 227'764
Aktiven/Passiven 17'587'628
• davon Eigenkapital 5'379'915

Sie liegen nun bei 396 Franken pro Patient und Jahr. Die Spitalkosten sind gestiegen: Diejenigen für stationäre Behandlungen haben um 3 Prozent, jene für ambulante Behandlungen um 10 Prozent zugenommen.

Auf diesen Bereich müsse die Politik besonders achten. Generell sei die Aufenthaltsdauer in Spitälern gesunken: «Von 8 bis 9 auf 4 bis 5 Tage.» Die höheren Spitalkosten seien auch auf die neue Spitalfinanzierung zurück zu führen. Der Kostenverteiler belaste die Grundversicherung stärker.

Verzicht auf Zusatzversicherungen

Die Krankenkasse ist 1996 aus der Betriebskrankenkasse Birchmeier entstanden. Noch immer ist sie ein Verein. «Diese Rechtsform ist nicht mehr sehr geeignet», sagt Kaufmann.

Etwa die Hälfte der Kundinnen und Kunden verfügt über eine Zusatzversicherung. «Damit liegen wir im schweizerischen Durchschnitt», sagt Kaufmann. Die Tendenz zeige, dass immer mehr Leute wegen der steigenden Prämien auf eine Zusatzversicherung verzichten.

Birchmeier bietet alle Grundversicherungen an. Für die Zusatzversicherungen hat sie sich mit der Innova in Gümligen zusammengetan. «Unsere Kunden spüren aber nichts davon», sagt Kaufmann.

Noch wohnt eine Mehrheit der Versicherten im östlichen Kantonsteil. Die Krankenkasse will weiter wachsen: «Wir beabsichtigen in den Gebieten Aarau und Brugg aktiv zu werden», kündigt Kaufmann an.

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