Die Post will ihre Filiale in Gebenstorf schliessen und suche deshalb eine «neue Lösung» für die Postversorgung im Dorf. Dies schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. «Noch ist nichts entschieden», sagt Markus Flückiger, Kommunikationsverantwortlicher Postnetz Mitte. Zurzeit sei die Post in Gesprächen mit den Behörden. «Bis dahin bleibt die Filiale in Gebenstorf unverändert in Betrieb.»

Fakt ist: Die Nachfrage nach klassischen Kerngeschäfte am Postschalter sinkt stetig. Die Einbrüche seien massiv, sagt Flückiger. Seit der Jahrtausendwende bis 2015 gingen beim gelben Riesen 42 Prozent weniger Pakete und 63 Prozent weniger Briefe über den Schalter. Vor allem die veränderten Lebensgewohnheiten zwingen die Post dazu, neue Wege einzuschlagen.

Welchen Weg die Post in Gebenstorf in Zukunft geht, ist noch unklar. «Wir wollen aber weiterhin im Dorf präsent sein», stellt Flückiger klar. Gemeinsam mit den Behörden prüft der gelbe Riese zurzeit verschiedene Optionen.

Zur Diskussion steht, eine Postagentur zu eröffnen. Auf der «Post im Dorfladen» können Kunden Pakete und Briefe aufgeben und abholen, Briefmarken kaufen und Einzahlungen bargeldlos erledigen.

Dass die Bevölkerung Schliessungen von Poststellen gegenüber skeptisch ist, kann Flückiger verstehen. Es gäbe aber auch Vorteile, wie beispielsweise die längeren Öffnungszeiten von Postagenturen.

In den letzten fünf Jahren hat die Post fünf der ursprünglich 28 Filialen im Bezirk Baden geschlossen. Im Gegenzug öffneten fünf neue Agenturen. Zudem wurden verschiedene Angebote ausgebaut; beispielsweise Paketautomaten, wo Pakete und eingeschriebene Briefe rund um die Uhr aufgegeben und abgeholt werden können.

Im kommenden Jahr eröffnen zwei weitere Post-Agenturen: In Künten zieht die Post Ende Januar in den Volg-Laden ein; in Mägenwil dauert es voraussichtlich bis ins Frühjahr, bis die Agentur im Volg-Laden eröffnet.

Als einzige Gemeinde im ganzen Bezirk hatte bisher nur Ennetbaden das Nachsehen: Dort wurde 2005 der Postschalter geschlossen. Seither stehen im Dorf nur noch Briefeinwürfe. «Die Bevölkerung hat in unmittelbarer Nähe Angebote zur Verfügung», sagt Flückiger.