Gross war die Enttäuschung bei Niederrohrdorfer Senioren, als das Alterszentrum am Buechberg in Fislisbach ihnen in einem Brief mitteilte, dass es seine Hauszeitung – die Seniorenpost – nicht mehr zustellen wird.

Der Grund: Die Gemeindeversammlung Niederrohrdorfs hatte im November letzten Jahres das Budget 2018 genehmigt und damit auch verschiedene Sparmassnahmen gutgeheissen, darunter die Kürzung des Beitrags in Höhe von 5000 Franken für die Seniorenpost.

«Es kann doch nicht sein, dass wir wegen 5000 Franken die Seniorenpost nicht mehr zugeschickt bekommen. Das tut uns sehr weh», sagte die 76-jährige Josy Schuppisser gegenüber der «Schweiz am Wochenende» Mitte April. Sie lese die Seniorenpost immer sehr gerne, die Beiträge seien interessant und vielseitig. Sie und ihr Mann hofften, dass eine Lösung gefunden werden kann. «Ansonsten müssen wir Senioren uns überlegen, ob wir mit einem Topf auf dem Gemeindehausplatz Geld sammeln wollen», sagte Schuppisser.

Das ist aber nun nicht nötig: An der Generalversammlung des Alterszentrums am Buechberg verkündete der Verwaltungsrat, dass die hauseigene Zeitung ab 2019 sämtlichen allen acht Aktionärsgemeinden (Bellikon, Birmenstorf, Fislisbach, Künten, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Remetschwil und Stetten) neu gratis zugestellt wird.

Senioren auch in Zukunft erreichen

«Uns ist es wichtig, dass alle Senioren der Aktionärsgemeinden die Seniorenpost weiterhin erhalten und sie mit verschiedenen Information von uns bedient werden», sagt Verwaltungsratspräsidentin Edith Saner auf Anfrage. Die Publikation, die eine Auflage von 3500 Exemplaren hat, sei sehr beliebt und werde geschätzt. Der Entscheid der Gemeindeversammlung Niederrohrdorfs werde bedauert, gebe nun aber den Anstoss für eine Neuausrichtung. «Dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung ist es wichtig, alle Senioren auch in Zukunft zu erreichen und die Gemeinden gleich zu behandeln», sagt Saner. Aus diesem Grund werde man die Seniorenpost ab 2019 allen Aktionärsgemeinden ohne Kosten zustellen. Was das laufende Jahr betrifft, haben die Niederrohrdorfer Senioren die erste Ausgabe seitens Alterszentrum offeriert erhalten, wogegen die weiteren drei Ausgaben entfallen.

Konzept wird überprüft

Kann das Fislisbacher Alterszentrum die Gesamtkosten für die Seniorenpost aber auch tragen? «Ja, wir werden dies entsprechend budgetieren», sagt die VR-Präsidentin und fügt an: «Wir werden das jetzige Konzept überprüfen.» Beispielsweise werde man entscheiden, ob die Hauszeitung weiterhin viermal pro Jahr und mit dem gleichen Inhalt erscheint. Auch überlege sich das Alterszentrum, einen Teil der Seniorenpost mit Inseraten zu finanzieren. «Eine für uns tragbare Lösung werden wir mit Sicherheit finden. Hauptsache ist, die Seniorenpost wird nicht eingestellt», sagt Edith Saner.