Fusion

Gesucht sind Leute, die an der Zukunft mitplanen

Die Gemeindeammänner Alois Gerber (Killwangen) und Valentin Schmid (Spreitenbach) zu den Fusionsgesprächen

Die Gemeindeammänner Alois Gerber (Killwangen) und Valentin Schmid (Spreitenbach) zu den Fusionsgesprächen

In den beiden Gemeinden beginnen die Abklärungen über eine mögliche Fusion. Nun sollen in zehn Facharbeitsgruppen Themen zu einem eventuellen Zusammenschluss von Killwangen und Spreitenbach erarbeitet werden.

Spreitenbach ist etwa sechs Mal grösser als Killwangen. Doch bei den Gesprächen über die Zukunft der beiden Gemeinden sind sie gleichwertig. «Alle Facharbeitsgruppen werden paritätisch zusammengesetzt», sagt der Spreitenbacher Gemeindeammann Valentin Schmid. In zehn Facharbeitsgruppen (FAG, siehe Box)) sollen alle Themen behandelt werden. Zwar ist die Anmeldefrist abgelaufen, aber noch sind Plätze frei für Personen, die bereit sind, an der Zukunft der Gemeinden mitzuarbeiten. «Die Kickoff Sitzung findet am 7. November statt», sagt Schmid. Dabei erhalten die FAG ihre Aufträge.

Zögerliches Interesse

Pro FAG sind vier bis sechs Personen vorgesehen. Das heisst, es müssen sich rund 40 bis 60 Leute intensiv mit dem Thema auseinander setzen. Je die Hälfte davon werden aus Killwangen und aus Spreitenbach kommen. Auch bei den Sitzungsorten gilt Gleichberechtigung: «Wir treffen uns abwechselnd in Killwangen und Spreitenbach», sagt Schmid. Wobei eine gemeinsame Gemeinderatssitzung pro Jahr zur politischen Tradition gehört. «Ich habe etwas mehr Beteiligung erwartet», sagt Alois Greber, Gemeindeammann von Killwangen etwas enttäuscht.

Bisher haben sich erst ein Dutzend Personen bereit erklärt mitzuarbeiten. Grösser ist das Interesse in Spreitenbach. «Wir haben Anmeldungen für alle Facharbeitsgruppen», sagt Gemeindeammann Valentin Schmid. In die FAG werden Vertreter der Gemeinderäte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung delegiert. Sollten sich zu wenig Leute aus Killwangen melden, werden allenfalls FAG zusammengelegt. Greber kann sich vorstellen, weitere Leute auf dem Berufungsweg zu gewinnen.

Es braucht beide Schulhäuser

Auf das Tagesgeschäft haben die Verhandlungen noch wenig Einfluss. So planen beide Gemeinden Schulhausbauten. «Wir brauchen die Schulhäuser Hasel und Buechbühl auf jeden Fall», sagt Schmid. Die Gemeindeversammlung hatte am 11. September den Projektierungskredit von 1,5 Millionen Franken bewilligt. Ähnlich sieht es in Killwangen aus, wo ebenfalls zusätzlicher Schulraum geschaffen werden muss.

Bei der laufenden Zonenplanrevision besteht mehr Koordinationsbedarf. So soll die Führung der durch beide Gemeinden verlaufenden Industriestrasse geklärt werden. Auch die Einmündung der Limmattalbahn auf den Bahnhofplatz Killwangen betrifft beide Gemeinden. Deshalb, so Gemeindeammann Greber: «Es ist natürlich sinnvoll, wenn wir uns absprechen.»

Ein Vorteil für eine mögliche Fusion: Die beiden Gemeinden leben seit Jahren miteinander. So besuchen die Jugendlichen aus Killwangen die Oberstufenklassen in Spreitenbach. «Dabei lernen sie sich kennen.» Die Feuerwehrkorps wurden im Jahr 2000 zusammengeschlossen. Der Zivilschutz war von Anfang an ein Gemeinschaftswerk. Seit sechs Jahren werden die Bewohner von Killwangen durch die Regionalpolizei Spreitenbach betreut. Per 1. Januar wird diese mit der Polizei Wettingen zur Polizei Wettingen Limmattal verschmolzen.

Nach Abschluss der Arbeiten in den Facharbeitsgruppen und der Projektleitung werden die Gemeinderäte in der 1. Jahreshälfte 2014 über das weitere Vorgehen entscheiden. Zur Auswahl stehen: Es bleibt alles, wie es ist, die Zusammenarbeit wird verstärkt oder ein Zusammenschluss ist sinnvoll. Entscheiden werden die Stimmberechtigten zuerst an Gemeindeversammlungen und dann an der Urne. Per 1. Januar 2016 könnte die neue Gemeinde entstehen.

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