Vierstöckige Wohnhäuser und Ladenflächen im Erdgeschoss entlang der Landstrasse: So könnte in Zukunft das Dorfbild in Untersiggenthal aussehen.

Letzte Woche informierte der Gemeinderat über die Gesamtrevision der Nutzungsplanung.

Bis Ende Mai kann die Bevölkerung nun, im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkung, Stellung dazu nehmen.

«Wir wünschen uns, dass die Einwohner ihre Meinung einbringen und aktiv an der Gestaltung der Gemeinde mitwirken», sagt Gemeindeammann Marlène Koller.

Im Zentrum der Revision steht die effizientere Nutzung der bestehenden Bauzonen. «Die Wohnqualität darf dabei aber nicht leiden», sagt Koller. Das bedeutet, dass zwar in die Höhe gebaut werden kann, jedoch stets ein bestimmter Anteil Grünfläche bleiben muss. So soll die Zentrumszone, die sich vom Gemeindehaus entlang der Landstrasse bis zur Gärtnerei Hospenthal-Kägi erstreckt, besonders gefördert werden. «In diesem Bereich eine Umzonung vorgenommen, sodass Läden und Wohnungen gebaut werden können.» Bisher sind laut dem Zonenplan auf dem leeren Wiesengrundstück zwischen Gemeindegebäude und Raiffeisenbank nur öffentliche Bauten zugelassen.

Ziel ist es, die ganze Zentrumszone lebendiger zu gestalten und zu verdichten. Dabei gilt es auch, den Strassenraum zu gestalten und die trennende Wirkung der Landstrasse von links nach rechts etwas aufzuheben.

«Eine Möglichkeit wären Verkehrsinseln, das würde nicht nur den Verkehr abbremsen, sondern der Zone einen gewissen Dorfcharakter geben», sagt Koller. Aber auch Aufenthaltszonen entlang der Strasse sollen gefördert werden mit Sitzbänken und Parkplätzen. «Bisher sind alle Wohnungen entlang der Landstrasse nach hinten, also weg von der Strasse, ausgerichtet, das soll sich ändern.» Natürlich wolle man niemanden zu etwas zwingen, der Besitzstand sei garantiert.

Hochhäuser in der Bauhalde

Im Gebiet Bauhalde soll eine Erneuerungszone geschaffen werden, damit die heutigen Bauten ersetzt und mit der gleich hohen Nutzung wieder aufgebaut werden können. Das heisst, in Zukunft können wieder Häuser mit mehr als vier Stöcken realisiert werden.

Hingegen wird im Stroppelareal eine spezielle Gewerbezone «Stroppel» geschaffen. «Der Stroppel liegt mitten in einer Landschaft von nationaler Bedeutung, dem Wasserschloss, deshalb muss hier mit entsprechender Vorsicht geplant werden», sagt Koller. In den Gebieten Oberau und Unterau ändert sich vorerst nichts. «Der Fussballplatz in der Oberau kann hoffentlich bald realisiert werden.» Auch der Kulturlandplan ist überarbeitet worden. Wobei die betroffenen Bauern schon im Voraus informiert worden seien.

Alle wichtigen Zonenänderungen wurden zusammen mit dem Kanton und der Metron AG entworfen, vertieft für das Stroppelareal, hier entwarf die Bausatz GmbH aus Zürich eine Studie für die zukünftige Entwicklung des Gebiets. Diese Gesamtrevision sollte für rund 15 Jahre Bestand haben, bis dahin rechnet die Gemeinde mit rund 8600 Einwohnern. Heute zählt die Gemeinde rund 7100 Einwohner. Koller: «Unser Ziel ist es, eine lebendige Gemeinde zu bleiben.» Um keine Schlafgemeinde zu werden, müsse auch das Vereinsleben im Dorf aktiv unterstützt werden. Ebenfalls seien Industrie- und Gewerbezonen sehr wichtig, nur so können Arbeitsplätze entstehen.