Gebenstorf
Gibt es statt einem «McDrive» bald einen anderen Gastro-Betrieb?

Eine Beschwerde ist beim Bundesgericht noch hängig. Jetzt liegt im Gebenstorfer Gewerbegebiet ein neues Baugesuch auf – es ist nicht das einzige.

Claudia Laube
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Hier war erst ein McDrive geplant: Nun wurde ein neues Baugesuch eingereicht.

Hier war erst ein McDrive geplant: Nun wurde ein neues Baugesuch eingereicht.

Sandra Ardizzone

Das Gewerbegebiet Gee­lig hat sich in den letzten Jahren zu einem der grössten Einkaufsgebiete im Bezirk Baden entwickelt. Den Anfang machte vor 15 Jahren der erste Aldi im Aargau – seither haben sich auch Landi, Coop, Migros und Denner hier angesiedelt.

Bei der Einfahrt von der viel befahrenen Land- in die Geeligstrasse war seit mehreren Jahren ausserdem ein McDonald’s-­Drive-in geplant, dessen Baubewilligung bereits vorlag. Diese hat der Kanton in der Zwischenzeit aber wieder aufgehoben. Die Begründung: Neben einem drohenden Verkehrskollaps zu wenig geplante Parkplätze und die Gefahr, dass Drive-in-­Besucher auf die benachbarten Parkplätze ausweichen würden.

Bauherr Abraham Oliver, dessen Firma Bovida AG auch der «Fressbalken» in Würenlos gehört, reichte Beschwerde gegen die Aufhebung ein. Nachdem das Verwaltungsgericht diese aber bestätigt hatte, zog er das Urteil ans Bundesgericht weiter. Obwohl dort noch kein Entscheid vorliegt, ist es rechtlich möglich, dennoch ein neues Baugesuch an selber Stelle einzureichen. Ein solches liegt aktuell auf der Gebenstorfer Bauverwaltung auf – zwar ohne Drive-in, ein Gastrobetrieb ist aber immer noch vorgesehen. Um welchen es sich handelt, ist nicht bekannt, wie dem Baugesuch zu entnehmen ist. In der dazugelegten Verkehrsanalyse ist ein Betrieb mit Öffnungszeiten zwischen 7 und 23 Uhr beschrieben. Dieser soll im Erdgeschoss des dreistöckigen Gewerbehauses einziehen, in das die Bovida AG zehn Millionen Franken investieren will.

Ein weiteres Baugesuch liegt aktuell auch auf der anderen Seite des Gebiets Geelig auf, bei der Einfahrt Vogelsangstrasse/Hornblick. Hier plant die Felix Emmenegger AG, aktuell mit Standorten in Windisch und Hettenschwil, auf einer Grundstücksfläche von rund 5700 Quadratmetern seinen neuen Sitz: eine BMW-Garage mit Verkaufsräumen, einer Werkstatt und einer Autowaschanlage für den Eigengebrauch. Kostenpunkt: 14,2 Millionen Franken. Geplant ist, im Juli 2021 mit den Bauarbeiten zu beginnen und diese im April 2023 zu beenden.

Ein Verkehrskonzept für das ganze Gebiet

Durch die bereits jetzt zahlreichen Dienstleistungsbetriebe hat sich die Verkehrssituation im Geelig auf den engen Strassen in den letzten Jahren als vermehrt brenzlig erwiesen – zwar gab es inzwischen einige verkehrsberuhigende Massnahmen, doch ein Verkehrskonzept für das ganze Gebiet liegt noch immer nicht vor.

Um den grundsätzlichen Problemen Herr zu werden, sei schon länger eine Überarbeitung des bestehenden Erschliessungskonzepts geplant, sagt Gemeindeammann Fabian Keller (CVP). «Aktuell sind war an drei Themen gleichzeitig dran». Zum Ersten sei da der Entwicklungsrichtplan für das Gebiet Geelig, der gemeinsam mit dem Kanton ausgearbeitet werde und im Frühling 2021 vorliegen soll. «Dieser beinhaltet auch ein Verkehrskonzept für das ganze Gebiet», so Keller.

Gleichzeitig laufe aber auch noch der Gestaltungsplan zu «Geelig Mitte», wo dereinst weitere Wohnüberbauungen erstellt werden sollen. «Die Arbeit dazu begann 2017. Darin inbegriffen ist auch die Parzelle Emmenegger», so Keller. Die Einfahrtstrasse zwischen der Landi-Filiale und dem geplanten Autohaus von Emmenegger müsse in diesem Zusammenhang angepasst werden – ein Trottoir und eine Allee seien geplant. Auf der Parzelle der Landi ist bereits einiges in Veränderung: Dort ist aktuell eine Laden- und Lagererweiterung in Bau.

Der dritte Punkt sei die Revision der Nutzungsplanung, deren Fertigstellung ebenfalls seit langem unter der Situation im Gebiet Geelig leide, so Keller. Die öffentliche Auflage fand Ende Sommer statt, im Juni 2021 soll sie an der Gemeindeversammlung «endlich» behandelt werden.

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