Arni
«Girls, Girls, Girls» – eine Ode an die Frauen vom Männerchor

Beim Herbstkonzert des Männerchors stand das weibliche Geschlecht im Mittelpunkt. Gesungen wurde von roten Lippen und geldgierigen Betrügerinnen, von Küsschen und Affären, von Lieb und Leid zwischen Frau – und Mann.

Céline Arnold
Merken
Drucken
Teilen
Herbstkonzert: Der Männerchor singt von Liebe und Leid. Céline Arnold

Herbstkonzert: Der Männerchor singt von Liebe und Leid. Céline Arnold

Céline Arnold

Unter dem Titel «Girls, Girls, Girls» sang der Männerchor Arni am diesjährigen Herbstkonzert von roten Lippen und geldgierigen Betrügerinnen, von Küsschen und Affären, von Lieb und Leid zwischen Frau – und Mann. Das Motto mit Augenzwinkern sprach das Publikum offensichtlich an. Die Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt und nach jedem Lied gab es mehr und mehr losgelösten Applaus.

Die Lust am lustvollen Singen

Der Männerchor setzte von Beginn weg einen frischen Akzent, respektive Farbtupfer: In schwarzen Hosen und knallroten Shirts betraten die zwei Dutzend Männer die Bühne und steckten sich gegen Ende ein paar Stoffblümchen an, die sie ins Publikum warfen – zum Amüsement der Gäste. Gesungen wurde in verschiedensten Tonarten und -lagen und «selbst im Tango- und Walzertakt erklingen die Oden an die geliebten Frauen», beschreibt Dirigent Eugen Dietiker das Programm seines Chores.

Es wird deutlich: Der Männerchor hat Lust auf lustvolles Singen. Und so wurden, wie Dietiker sagte, nebst einer «Prise Brahms» auch eine «Prise Mozart» gesungen – letzterer komponierte übrigens anzüglichere Werke, als wohl allgemein bekannt ist. «Wir haben uns aber ein harmloses Stück ausgesucht», stellte Dietiker klar. Und so klang kurz darauf der Refrain «sperrt die Zuckerplätzchen ein, sperrt die jungen Mädchen ein» aus den Männerkehlen.

Das Liederrepertoire «huldigte» den Frauen in stereotyper Weise. Schönheit, Liebreiz und Charme sei dem weiblichen Geschlecht zu eigen, schrieb etwa Chor-Präsident Ruedi Häfeli im Programmtext. Wie einfach sich manche Herren von etwas Liebreiz übertölpeln lassen, davon sangen die Männer im Lied «Mathilda».

Da ist die Dame nämlich «weg, und das Geld auch». Dafür kam die Welt noch ungetrübt daher bei «Rote Lippen soll man küssen». Kurzum: Die Rolle der Frau schwankte irgendwo zwischen schöner Verführerin und hinterhältiger Betrügerin – bei Mozart auch mal als Guetzli zum (Ver-)Naschen, der Mann fungierte als schwer verliebter Rosenkavalier oder Casanova im Frauenparadies.

Das schlüpfrige Parkett der Clichés und Vorurteilen, die die zementierten Geschlechterbilder unserer Gesellschaft mit sich bringen, wurde vom Männerchor standfest betreten. Man näherte sich mit den Songs gerade so weit an das Thema an, um den Gästen ein breites Grinsen zu entlocken, aber hielt sich fern genug, um kein Entrüsten auszulösen. Ein gekonntes Jonglieren mit Clichés, das für einen heiteren Abend sorgte.