Wegzug International School

Gleich vier internationale Schulen sind an Standort Baden interessiert

Ende Schuljahr zieht die Zurich International School aus Baden weg . JST

Ende Schuljahr zieht die Zurich International School aus Baden weg . JST

Der Standort Baden lohnt sich nicht für die Zurich International School. Nun zeichnet sich eine Ersatzlösung für die wegziehende Schule ab. Mehrere internationale Schulen zeigen Interesse.

Vor drei Monaten verkündete die Zurich International School (ZIS) ihren Wegzug aus Baden per Ende dieses Schuljahres. Rund 126 Kinder ausländischer Fachkräfte werden derzeit im modernen Gebäude beim Schulhausplatz unterrichtet – zu wenige, um den Betrieb wirtschaftlich führen zu können. Proteste der Eltern blieben ebenso wirkungslos wie die Bemühungen der Stadt, die Schliessung des Campus zu verhindern.

Badens Standortmarketingleiter Thomas Lütolf hat sich zusammen mit Stadträtin Ruth Müri auf die Suche nach einer neuen Schule gemacht, die in der Stadt ansässig werden könnte. Die Gespräche sind fortgeschritten: «Zwei internationale Schulen haben ernsthaft Interesse angemeldet, in Baden einen Standort aufzubauen», erklärt Lütolf. «Zwei weitere Anbieter treffen derzeit Abklärungen.»

Namen nennt Lütolf keine, weil die Verhandlungen im Gang sind. Im Gegensatz zur Zurich International School hätten die interessierten Schulen ihr Konzept auf eine Grösse von nur rund 130 Kindern und Jugendlichen ausgerichtet. Ein Teil der interessierten Schulen unterscheide sich von der ZIS auch insofern, als die Lehrer nicht nur in Englisch unterrichten, sondern gemäss des bilingualen Konzepts rund die Hälfte der Lektionen auch in Deutsch abhalten, erklärt Lütolf.

Nach dem Wegzugs-Entscheid der ZIS habe die Stadt sofort das Gespräch mit internationalen Firmen in der Stadt gesucht, namentlich mit ABB und Alstom, sowie mit Expats – den in Baden und Umgebung lebenden ausländischen Arbeitskräften mit Kindern. Dabei sei das Bedürfnis nach einer erneuten Unterrichtsmöglichkeit in der Stadt deutlich geäussert worden.

«Der Zuzug einer neuen internationalen Schule nach Baden wäre im Interesse aller Beteiligten», sagt Lütolf. Baden wäre für Expats ein attraktiverer Wohnort, ebenso hätten die Firmen bessere Chancen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern mit Kindern. Die Stadt setze alles daran, wieder eine internationale Schule nach Baden zu holen.

Nicht zwingend derselbe Standort

Verantwortlich im Stadtrat für das Standortmarketing ist Ruth Müri (team), die dieses Ressort im letzten Herbst von Stadtammann Geri Müller übernommen hat. Lütolf spricht in diesem Zusammenhang von einer glücklichen Kombination, weil Müri auch dem Ressort Bildung vorsteht. «Ob wir es schaffen, den Kindern der Expats bereits für das kommende Schuljahr eine Unterrichtsmöglichkeit anzubieten, können wir nicht versprechen.

Die Zeit hierfür ist knapp. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass in Baden mittel- und langfristig wieder fremdsprachiger Unterricht erteilt wird», sagt Lütolf. Priorität würden die frei werdenden Räume beim Schulhausplatz geniessen, aber auch ein anderer Standort komme infrage.

Nicht mehr ausführlich äussern will sich Lütolf zur Frage, ob der Wegzug der ZIS vonseiten der Stadt nicht hätte verhindert werden können. «Tatsache ist, dass die Verantwortlichen ihren Entscheid entschlossen verfolgten.» Es gelte jetzt, nach vorne zu schauen.

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