Baden
Gleichgewicht finden für einen guten Zweck

Das Yoga unter freiem Himmel findet heuer auf der Kantiwiese statt – diese Woche mit einer Besucherzahl in Rekordhöhe. Der Kostenbeitrag fliesst an den Caritas-Markt.

Erna Lang-Jonsdottir
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46 Yogis und Yoginis nehmen am Urban Yoga auf der Kantiwiese teil. Erna Lang-Jonsdottir

46 Yogis und Yoginis nehmen am Urban Yoga auf der Kantiwiese teil. Erna Lang-Jonsdottir

Der warme Sommerabend lockt auf die Kantiwiese. 46 Yogis und Yoginis sitzen auf dem weichen Gras und reden miteinander. «Eine Rekord-Besucherzahl, nur einmal vor zwei Jahren waren es 50», freut sich Nora Vogt von Do Yoga, Initiantin und Organisatorin des Badener Urban Yoga.

Dann wird es still. Stefanie Amrein, Iyengar-Yogalehrerin von yoga.baden, geht in die Swastikasana-Position – die Beine sind im Schneidersitz, die Hände auf den Knien. Die Augen sind geschlossen, die Gedanken verfliegen.

Bei einigen Übungen ist das Gleichgewicht gefragt, bei anderen die Dehnbarkeit des Körpers. Alle wollen erden, die Balance zwischen Körper und Geist finden.

Das Bewegungsangebot Urban Yoga ist im vierten Jahr. Bisher wurden die wöchentlichen Yogastunden im Park des alten Friedhofs an der Bruggerstrasse durchgeführt. Da dieser saniert wird, finden sie heuer auf der Kantiwiese zwischen den beiden Turnhallen statt – dies nur, wenn das Wetter mitspielt.

Ob die Klasse durchgeführt wird, kann am Nachmittag des Veranstaltungstags auf der Internetseite nachgelesen werden. «Der Standortwechsel bereitete mir anfangs Sorgen. Ich befürchtete, dass weniger Personen kommen würden, weil wir nicht mehr so zentral sind», sagt Amrein.

Diese Befürchtungen sind verflogen, die Besucherzahl ist bisher sehr gut: «Dies ist ein Beweis dafür, dass sich das Yoga unter freiem Himmel in Baden etabliert hat.»

Yogaerfahrung braucht es für die Stunden nicht. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und Erwachsene allen Alters. Da fünf Yoga-Schulen am Bewegungsangebot beteiligt sind, wechseln sich die Lehrerinnen ab.

«Yoga hat so viele Interpretationen», erklärt Amrein. Die Zusammenarbeit der Yogaschulen erachtet Amrein als besonders wertvoll. «Interessierte können dadurch auch diverse Yoga-Stile ausprobieren», fügt sie hinzu.

Wer am Urban Yoga teilnimmt, hilft Menschen, die in Armut leben. Der Kostenbeitrag von 20 Franken fliesst direkt zur lokalen Organisation Cartias-Markt in Baden. Alle Lehrerinnen arbeiten unentgeltlich.

«Beim Yoga gibt es den Ausdruck ‹seva›», erklärt Stefanie Amrein. «Seva» bedeute selbstloser Service – alle Handlungen zu tun, ohne zu erwarten, dass diese Früchte tragen. «Urban Yoga ist ein selbstloses Engagement ohne Benefit», fügt sie hinzu.

Mittlerweile haben sich Kinder zu den Yogis und Yoginis gesellt. «Ich will auch Yoga machen», flüstern die Kleinen. Doch dann klingen die Kirchenglocken. Es ist 19.30 Uhr, die Stunde ist vorbei. «Das hat gut getan», sagt eine Teilnehmerin.

Sie fühle sich ganz entspannt. «Einige Übungen waren recht anstrengend», sagt ein Teilnehmer, der etwas Mühe mit den Dehnungen hatte. Die beiden Yogalehrerinnen sind zufrieden. «Es ist ein besonders schönes Erlebnis, Yoga in der Natur zu machen», sind sie sich einig.

Urban Yoga: Bis am 19. August, montags, 19.30 Uhr, auf der Kantiwiese Baden. Nur bei guter Witterung. Kosten: 20 Franken. Infos: www.do-yoga.ch.

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