Am Donnerstagabend befanden anlässlich der Wintergmeind 319 anwesende Stimmberechtigte über den Planungskredit von 200 000 Franken für das Projekt «Zentrum». Dabei sorgte die angedachte Verwendung des Kredits für ein Vorprojekt an die Hunziker Architekten AG im Vorfeld für Diskussionen.

Deshalb forderte die politisch links orienteierte Gruppierung «Forum Untersiggenthal» in einem Ergänzungsantrag, dass der Kredit für einen Projektwettbewerb eingesetzt wird. Dieser wurde mit 280 Ja- zu 6 Nein-Stimmen angenommen. «Für den Gemeinderat steht das Projekt im Zentrum», sagt Gemeindeammann Marlène Koller.

Deshalb habe sich der Gemeinderat auch nicht aktiv gegen den Ergänzungsantrag gewehrt. «Es war uns wichtig, dass das Projekt nicht wegen einer reinen Verfahrensangelegenheit infrage gestellt wird», sagt Koller. Aufgrund der Wichtigkeit des Projekts könne man auch gut über die durch den Wettbewerb entstehende zeitliche Verzögerung hinwegsehen. So zeige der positive Ausgang der Abstimmung, dass das Projekt grundsätzlich gutgeheissen werde von der Bevölkerung.

Das Ziel des Bauprojekts ist es, die Zentrumszone lebendiger zu gestalten und zu verdichten. Dabei könnte das Vorhaben auch dazu beitragen, die trennende Wirkung der Landstrasse von links nach rechts etwas aufzuheben. Womit die eher eigenständigen Ortsteile mehr zusammenwachsen würden. Mit dem Projekt «Zentrum» sollen aber auch neue Mehrzweckhallen für die Schule bereitgestellt werden. Hier überlappt das Projekt mit der anstehenden Schulraumplanung. Denn damit die Schulbauten auch in Zukunft den wachsenden Schülerzahlen gerecht werden, sieht der Gemeinderat eine zeitlich gestaffelte Umsetzung der Schulraumplanung mit mehreren Paketen vor. Wobei in erster Linie Sanierungen, Instandstellung und Umbau der bestehenden Schulhäuser und Kindergärten vorgenommen werden sollen. Der Projektierungskredit von 265 000 Franken hierfür wurde ohne grosse Diskussionen angenommen.

Mit 234 Ja- zu 61 Nein-Stimmen wurde auch die Steuerfusserhöhung auf 105 Prozent genehmigt. Grund für diese Erhöhung sind die wegfallenden Aktiensteuern. Denn die Wirtschaftslage lässt immer mehr Firmen keinen Gewinn mehr erwirtschaften. Deshalb werden die betroffenen Firmen entlastet, womit für die Gemeinde rund 2,5 Millionen Franken Steuergelder wegfallen.