Künten
Gmeind sagt Ja zur Einführung von Tempo 30

Befürworter und Gegner von Tempo 30 lieferten sich eine rege Diskussion. Bei der Abstimmung hatten schliesslich Erstere relativ knapp die Überhand.

Carla Stampfli
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Tempo 30 wird in Künten Realität. (Symbolbild)

Tempo 30 wird in Künten Realität. (Symbolbild)

Keystone

Auf den Gemeindestrassen im Siedlungsgebiet von Künten wird in Zukunft Tempo 30 gelten: An der Gemeindeversammlung genehmigten 139 von 1191 Stimmberechtigten den Verpflichtungskredit über 125 000 Franken für die Einführung.

«Die Herabsetzung der Geschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h ist sinnvoll», sagte Gemeinderat Yves Moser am Freitagabend. Das habe das Gutachten gezeigt, das die Verkehrssituation in der ganzen Gemeinde analysiert und vom Gemeinderat in Auftrag gegeben wurde. «Mit Tempo 30 können unter anderem das Unfallpotenzial und die Lärmbelastung vermindert werden», sagte er und fügte an, dass eine Senkung des Geschwindigkeitsniveaus auch zu einer Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität führe. Moser erinnerte die Stimmberechtigten daran, dass es für eine Einführung sowohl Tempo-30-Tafeln und Markierungen brauche als auch bauliche Massnahmen an der Bellikonerstrasse. Sie müsste auf zwei Abschnitten mit Schwellen um 16 beziehungsweise 12 Zentimeter angehoben werden.

Nach Mosers Erläuterungen lieferten sich Befürworter und Gegner eine rege, aber faire Diskussion. Ein Stimmberechtigter, der an der Bellikonerstrasse wohnt, sagte etwa, dass es unverschämt sei, wie schnell dort gefahren werde. «Es ist dringend nötig, dass die Geschwindigkeit herabgesetzt wird.» Jetzt habe man die Chance: «Was sind schon 125 000 Franken für eine lebenswerte Gemeinde?» Ein anderer Stimmberechtigter war nicht dieser Meinung: «Wenn wir Tempo 30 haben, dann sind Fahrzeuglenker mehr darauf bedacht, auf die Kontrollanzeige zu schauen statt auf die Strasse.» Er fände es übertrieben, Tempo 30 auf dem ganzen Gemeindegebiet einzuführen. Dann meldete sich ein Anwohner des Ortsteils Sulz, in dem Tempo 30 vor einigen Jahren eingeführt wurde, zu Wort: «Seit Tempo 30 gilt, hat die Lebensqualität massiv zugenommen.» Man müsse die Chance jetzt nutzen. «Denken Sie nicht nur an den, der am Steuer sitzt, sondern auch an die Kinder», sagte er. Als es um die Abstimmung ging, hatten schliesslich die Befürworter relativ knapp die Überhand: Der Verpflichtungskredit für die Einführung von Tempo 30 wurde mit 78 Ja zu 52 Nein gutgeheissen.

Die Gmeind genehmigte des Weiteren auch die Rechnung 2017 und die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung. Der Verpflichtungskredit für das Verkehrskonzept «Erschliessung Sulz und Sanierung Kirchweg» in Höhe von 1,78 Millionen Franken wurde hingegen durch einen Rückweisungsantrag an den Gemeinderat zur Überarbeitung zurückgewiesen.

Die Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum.