1420 Zuschauer strömten nach Station Siggenthal und sahen einmal einen 22:21-Sieg der Schweizer Handballerinnen – angeführt von drei Aargauerinnen – gegen Island. Länderspiele der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft waren in letzter Zeit nicht der grosse Publikumsmagnet. Das Team hat die letzten 16 Partien verloren. Doch diesmal war alles anders: Die Eidgenossinnen konnten in einer neuen und proppenvollen Halle antreten.

Die Helfer vom TV Endingen, darunter auch Spieler des Fanionteams welche die Tabelle der Nationalliga B anführen, hatten extra für die Partie gegen Island einen speziellen Hallenboden verlegt. Zudem wurde die gesamte Halle mit LED-Leuchtbanden ausgestattet.

Angeführt von der Aargauerin Nicole Dinkel starteten die Schweizerinnen konzentriert und liessen sich von den physisch überlegenen Nordländerinnen nie abschütteln. Die Rückraumspielerin aus dem Fricktal hat jahrelange Erfahrung in der deutschen Bundesliga, wie bei den Männern wohl die beste Liga der Welt. Unterstützt wurde sie von einer weiteren Aargauerin, der jungen Lisa Frey, die das Torschützenklassement in der höchsten Schweizer Liga anführt. Und wenn es für einmal über den Rückraum oder die Flügel nicht klappte, war da am Kreis die ältere Schwester Noëlle Frey, die sich am Kreis durchwühlte und dabei hart angepackt wurde. Sie schoss kein Tor, holte aber zahlreiche Freiwürfe für ihre Mannschaft und Zeitstrafen gegen die Isländerinnen heraus.

Am Ende reichte es mit 22:21 zum ersten Sieg in der EM-Qualifikation und es gab für einmal nur Gewinner: «Das war eine Superatmosphäre», freute sich Nicole Dinkel, die in ihrer langen Karriere schon viel erlebt hat. «Die Zuschauer haben mitgemacht und es ist toll, dass wir uns mit einem Sieg verabschieden können.» In die gleiche Kerbe schlägt Lisa Frey: «Wunderschön, ein Länderspiel mit so vielen Zuschauern. Das war eines der besten Länderspiele, die ich erlebt habe. Ich hoffe, wir spielen bald wieder hier, in der Handballhochburg Aargau.» Nach Fotos mit den Zuschauern und Autogrammen erklärt sie mit breitem Lachen: «Zudem ist es ja fast daheim.»

Den ersten internationalen Anlass hat die neue Arena toll hinter sich gebracht. «Das Prozedere mit den EHF-Delegierten, der Verpflegung der Teams und den Transporten ist nochmals komplexer», erklärt Geschäftsführer Tobias Wegmüller. Doch es lief alles wie am Schnürchen. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Handballverband SHV und dem TV Endingen lief gut. Am Sonntag tritt die Nationalmannschaft auf der Vulkaninsel zum Rückspiel gegen die Isländerinnen an.