Die Nachricht, dass aus der Gokart-Halle des Freizeitcenters GoEasy ein Ballsportzentrum werden könnte (az 3.12.), hat zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. In Sportlerkreisen wird sie begrüsst. Sie hat denn auch ihren Ursprung beim TV Endingen. Dort hält man seit 20 Jahren für die erfolgreichen Handballer nach einer würdigen Heimhalle Ausschau.

Christian Villiger, Geschäftsführer der Endinger Handball GmbH, zusammen mit Beat Kaiser Initiant des Unterfangens, ist erfreut über die Reaktionen: «Wir haben viel gute Signale erhalten und sind bereits ein gutes Stück weiter gekommen.»

Den Initianten kommt der Mangel an wettkampftauglichen Sporthallen in der Region entgegen. «Es ist genau dieser Punkt, den wir oft zu hören bekommen», sagt Villiger. Inzwischen haben die Initianten Kontakte mit möglichen Sponsoren geknüpft. Das Ziel wäre, mit einer zu gründenden Trägerschaft die Umnutzung der Gokarthalle sowie den Bau eines Ballspielsport-Centers zu ermöglichen.

Sporthalle ist Option Nummer eins

Die Reaktionen seitens Gokartfahrern auf dem Online-Portal der az blieben nicht aus. Darin äusserten einige Gokart-Fans ihr Bedauern über eine Schliessung der Kartbahn, die weitherum als einmalig bezeichnet wird und der man wirtschaftliches Potenzial einräumt. Auch Mitarbeiter der Kartbahn äusserten sich kritisch.

«Die Sporthalle ist jedoch die Option, die zurzeit Priorität hat», sagt GoEasy-Eigentümer Beat Anliker offen. In diese Richtung würden zurzeit alle Anstrengungen laufen.

Das Projekt von zwei Sporthallen kombiniert mit einem Ausbildungszentrum, das heisst inklusive Theorieräume und Unterkunftsmöglichkeiten wird zurzeit eingehend abgeklärt. Dass nun Gokartfahrer zwar eine neue Dynamik in die Diskussion eingebracht haben, erachtet Anliker als positiv.

Er hält allerdings entgegen, dass der Betrieb im Freizeitcenter GoEasy aus ökonomischen Gründen auf die Tage von Freitag bis Sonntag reduziert werden musste. Mit dem Sportcenter könnten Synergien und damit auch eine noch bessere Auslastung für die andern Bereiche des GoEasy erreicht werden. Wünschenswert wäre dabei eine bessere Erschliessung ab Bahnhof mittels Direktverbindung über oder unter der Bahnlinie durch.

Trägerschaft ist noch offen

Die Gemeinden Untersiggenthal und Würenlingen begrüssen einerseits das Projekt. Andererseits äussert sich André Zoppi, Gemeindeammann von Würenlingen, insofern zurückhaltend, als man für die Schulen kurz- bis mittelfristig eigene Turnhallen benötige. Dafür wäre der Standort GoEasy nicht optimal. Das trifft auch für Untersiggenthal zu.

Auch wie sich die Gemeinde bei diesem Projekt einbringen könnte, müsste erst geklärt werden, so Zoppi. Die kantonale Abteilung Sport prüft derzeit das Vorhaben. Sie ist an einer guten Ballsportanlage für Aus- und Weiterbildungszwecke interessiert. Zu den offenen Fragen gehört die Rechtsform sowie die finanzielle Beteiligung an einer künftigen Trägerschaft, die nicht profitorientiert wäre und auch kantonal unterstützt würde.

Anliker selber könnte sich ein Joint Venture vorstellen, also ein Gemeinschaftswerk mit mehreren beteiligten Institutionen, die sich finanziell engagieren würden. «Wir werden in einem Monat mehr wissen», sagte Anliker. Das bestätigte Villiger.