Bergdietikon

Golfpark Herrenberg lanciert ein neues Projekt

Der Stiftung Landschaftsschutz kritisiert den Golfpark bereits.

Der Stiftung Landschaftsschutz kritisiert den Golfpark bereits.

Nur neun Löcher, dafür mehr Fläche für den Naturpark soll es beim Weiler Herrneberg geben. Der letzte Versuch wurde 2010 knapp abgelehnt. Der Stiftung Landschaftsschutz kritisiert die Idee bereits.

Die Golfpark Herrenberg AG weckt schlafende Hunde: Sie lanciert eine neue Vorlage für einen Golfplatz beim Weiler Herrenberg. Dies, nachdem die Bergdietiker das Vorgängerprojekt 2010 nach einer emotionalen Debatte an der Urne knapp abgelehnt haben. Mitinitiant Urs Auf der Maur geht davon aus, dass auch der aktuelle Versuch zu einer Kontroverse führen wird: «Wir haben zwei Jahre gewartet, damit sich die Überhitzung legen konnte, um nun auf sachlicher Basis an das Projekt zu gehen.»

Initianten reduzierten Fläche

Im aktuellen Projekt erstreckt sich der Golfpark nur noch über 70, statt, wie vor zwei Jahren vorgesehen, über 93 Hektare. Auf dieser Fläche sind nicht mehr 18, sondern nur neun Löcher vorgesehen. «Das Land, das im Perimeter dadurch frei wird, kommt ausschliesslich der ökologischen Aufwertung des Gebiets und dem erweiterten Wanderwegnetz zugute», sagt Auf der Maur.

Das Land soll nicht umgezont, sondern mit einer Sport- und Erholungszone überlagert werden. Sobald es nicht mehr als Golfplatz genutzt würde, ginge es automatisch wieder in die Landwirtschaftszone über. Aus dem Perimeter gestrichen haben die Initianten das Gebiet «Unter Schönenberg». Man wolle den Golfplatz räumlich von Kindhausen trennen, so Auf der Maur: «Dadurch können wir jeglichen Mehrverkehr im Dorfteil ausschliessen.»

Vor zwei Jahren organisierten sich die Gegner im Verein «NoGolf@Herrenberg». Sie befürchteten Mehrverkehr im Siedlungsgebiet, erhöhte Umwelt- und Lärmbelastung sowie den Verlust von Fruchtfolgefläche. Die Befürworter bewarben die Vorlage damit, dass das Gelände öffentlich zugänglich bleibe, dass das Land durch einen Naturpark attraktiver gemacht werde und dass mit der Anlage 30 Arbeitsplätze geschaffen würden.

Im Juni 2010 hiess die Gemeindeversammlung eine Ausscheidung einer Golfplatzzone aus der Landwirtschaftszone knapp gut. Darauf erwirkten die Gegner das Referendum. Bei der Urnenabstimmung lehnte die Bergdietiker Bevölkerung die Vorlage mit 692 Nein zu 651 Ja ab. Er sei sich bewusst, dass es auch mit dem neuen Projekt knapp werde, sagt Auf der Maur: «Mit den Änderungen an der Vorlage hoffen wir aber, eine Abstimmung kippen zu können.»

Stiftung traut Vorlage nicht

Der Verein «NoGolf» war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Raimund Rodewald, der Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz äussert sich gegenüber der neuen Idee aber ablehnend: «Auch wenn der Perimeter reduziert wurde – es geschieht oft, dass ein Neunloch-Golfplatz im Nachhinein auf Kosten der naturnahen Flächen erweitert wird. Eingezont ist das Land dann ja schon», sagt er. Man stehe mit dem Verein Nogolf in Kontakt und werde ihn unterstützen, wenn die Vorlage öffentlich aufgelegt werde.

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