Bergdietikon
Golfplatz-Initianten fühlen sich vom Zürcher Stadtrat hintergangen

Der Zürcher Stadtrat will städtisches Land in Bergdietikon nicht mehr für einen Golfplatz zur Verfügung stellen. Das dürfte das Ende für das Projekt sein. Initiant Urs auf der Maur gibt sich noch nicht geschlagen. Er verlangt von Zürich eine ausführliche Erklärung.

Anina Gepp
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Die Golfplatz-Initianten verlangen vom Zürcher Stadtrat eine Erklärung.

Die Golfplatz-Initianten verlangen vom Zürcher Stadtrat eine Erklärung.

Keystone

Für Initiant Urs Auf der Maur ist das Projekt Golfpark Herrenberg in Bergdietikon noch nicht gestorben. «Wir arbeiten weiterhin auf ein Ziel hin und das ist die Verwirklichung des Golfparks», sagt Urs Auf der Maur gegenüber der Limmattaler Zeitung. Und das, obwohl der Zürcher Stadtrat Martin Vollenwyder anlässlich der Parlamentssitzung vom Mittwochabend verlauten liess, dass Zürich das städtische Land in Bergdietikon für die Tiere des stadteigenen Juchhofs verwenden will. Diese sollen von Altstetten aufs Land nach Bergdietikon verlegt werden, weil die Tierhaltung im Juchhof nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. Die frei werdenden Kapazitäten in Altstetten würden künftig anders genutzt. Dass diese Massnahme das Aus für das Golfplatzprojekt bedeuten könnte, nimmt Vollenwyder in Kauf.

Die 25 Hektaren Landwirtschaftsland der Stadt Zürich liegen im Zentrum des vorgesehenen Golfplatzes. Bis vor kurzem hatte eine Verpachtung an die Golfplatzbetreiber zur Diskussion gestanden. Initiant Urs Auf der Maur glaubt jedoch nicht daran, dass dies das letzte Wort aus Zürich ist. Er fühlt sich hintergangen: «Wir sind vor den Kopf gestossen und überrascht über diese Wende.»

Offizielle Stellungnahme verlangt

Bisher habe er auch noch nichts vonseiten der Stadt Zürich gehört. «Wir warten jetzt auf die offizielle Stellungnahme», so Urs Auf der Maur. Er erwarte eine ausführliche Begründung. «Es kann nicht sein, dass die Stadt Zürich im Kanton Aargau Raumplanung betreibt.» Das Projekt wurde beim Gemeinderat von Bergdietikon eingereicht. Für eine Realisierung des Projekts braucht es eine Umzonung.

Das Golfpark-Projekt hatte von beginn an mit Widerstand zu kämpfen. Bereits bei der ersten Abstimmung im Juni 2010 gingen die Wogen hoch. Weit über die Grenzen der Gemeinde Bergdietikon hinaus, hatte die geplante 18-Loch-Golfanlage für Aufsehen gesorgt. Das Projekt war im Juni 2010 an der Gemeindeversammlung zwar noch angenommen worden. Die Gegner ergriffen daraufhin das Referendum und vermochten den Entscheid am 28. November 2010 zu kippen, wenn auch knapp. Dies bei einer Rekordstimmbeteiligung von 78 Prozent.

Dieses Jahr wurden die ursprünglichen Pläne, wenn auch in einer redimensionierten Variante, von den Initianten wieder aufgenommen. Eine Abstimmung über einen flächenmässig kleineren Golfpark mit noch 9 statt 18 Löchern war für 2013 vorgesehen.

Bis die Golfplatz Herrenberg AG und Urs Auf der Maur eine Stellungnahme von Zürich erhalten, bleibt unklar, ob es überhaupt dazu kommen wird. Auf der Maur sagt: «Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass Zürich das Land selbst beanspruchen will, wird es sehr schwierig, das Projekt zu realisieren.»

Bergdietikon nimmt nicht Stellung

Die Gemeinde Bergdietikon selbst mochte die neuste Wendung in Sachen Golfplatz nicht kommentieren. Klar ist, dass der Gemeinderat bereits das Golfplatzprojekt von 2010 in einer früheren Stellungnahme als «Gewinn für Bergdietikon» bezeichnet hatte. Die Gemeinde gewänne deutlich an Standortattraktivität. Aufgrund der im Projekt vorgesehenen Begleitmassnahmen sei es aber auch für Natur und Tierwelt ein Gewinn.

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