Furttal

GP Furttal – eine Formel 1 für pensionierte Rennfahrer

Mit diesem MG-K1 Monoposto aus dem Jahr 1934 fährt Urs Schweinfurth (rechts) selber am GP mit. Die Begeisterung für Oldtimer teilt er mit Peter Rüegg. Fabienne Eichelberger

Mit diesem MG-K1 Monoposto aus dem Jahr 1934 fährt Urs Schweinfurth (rechts) selber am GP mit. Die Begeisterung für Oldtimer teilt er mit Peter Rüegg. Fabienne Eichelberger

Am Dorffest in Hüttikon treffen sich rund 150 Oldtimer-Liebhaber um ihre Fahrzeuge zu präsentieren. Unter den Oldies befindet sich so manches Bijou. Das älteste Fahrzeug ist über hundert Jahre alt.

Von einem Rennen wollen Urs Schweinfurth und Peter Rüegg nicht sprechen, wenn sie ihr Projekt «GP Furttal» präsentieren – sondern von einer «Leistungsdemonstration». Im Rahmen des Dorffestes in Hüttikon sind am 30. Juni rund 150 Oldtimer Fahrzeuge auf der Strecke Dänikon-Otelfingen-Hüttikon unterwegs.

Diese werden in unterschiedliche Klassen à jeweils zehn bis fünfzehn Fahrzeugen eingeteilt. Die Zuschauer können so beispielsweise englische Sportwagen aus den 50ern, amerikanische Sportwagen oder Vorkriegs-Rennwagen bestaunen.

Das älteste Fahrzeug, das am GP mitfährt, ist ein «La France Typ 12» aus dem Jahr 1912 – «dieses Auto ist der absolute Publikumsliebling», sagt Schweinfurth. Eigentlich seien aber alle Fahrzeuge Museumsstücke, die nicht in einer dunklen Kammer verlottern, sondern den Leuten gezeigt werden.

Positives Feedback von Behörden

Damit das Publikum nicht nur aus Szenekennern besteht und der GP ein Anlass für die ganze Familie ist, verzichten die Organisatoren sowohl an der Strecke wie auch im Fahrerlager in Dänikon auf einen Eintritt.

Die vier Männer – neben Schweinfurth und Rüegg sind das Koni Strittmatter und René Wieser – arbeiten ehrenamtlich. Seit zwei Jahren sind sie mit dem Projekt beschäftigt.

«Wenn wir damals gewusst hätten, wie viel Arbeit auf uns zu kommt, hätten wir wohl den Kopf eingezogen», sagt Rüegg und ergänzt: «Aber wenn wir einmal ‹Ja› sagen, dann ziehen wir’s auch durch.» Die anfallenden Kosten, wie etwa für die Versicherung, finanzieren die Organisatoren durch Inserate, Sponsoring und Spenden.

«Wir hoffen zudem, dass die Besucher unser Programm-Heft kaufen und uns auf diese Weise unterstützen», sagt Schweinfurth. Bis jetzt haben die Herren ein gutes Gefühl: Sie hätten sowohl bei den Behörden als auch den Leuten im Dorf stets ein positives Feedback erhalten – bei den Teilnehmern sowieso.

«Es besteht eine sehr gute Kameradschaft in dieser Szene», sagt Rüegg. «Man hilft sich gerne und freut sich jeweils aufs Fachsimpeln.» Schweinfurth wird selber am GP mitfahren. Er ist seit seiner Jugend fasziniert von Oldtimern.

Mit 18 Jahren hat er sich einen Topolino Typ A 1936 gekauft. Die Begeisterung ist bis heute ungebrochen: «Ich habe vor allem an englischen Fahrzeugen Freude und arbeite gerne selber an ihnen.»

Mit Rüegg ist ein echter Fachmann im Team: Er hat früher internationale Auto-Cross-Rennen organisiert. Aber eben: Ein Rennen ist der GP nicht. Auf der Strecke darf dann auch nicht überholt werden. Einigen wird dies vermutlich komisch vorkommen: Die Fahrer der Kategorie Formel 1 und 2 sind fast ausschliesslich pensionierte Rennfahrer.

GP Furttal, Sonntag, 30. Juni;
www.gp-furttal.ch

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