Baden
Gradlinige Eigenkompositionen des Trios Plurism

Das Trio Plurism ist eine eher seltene Kombination mit hohem musikalischem Reiz. Erstmals war es im Bistro Isebähnli in Baden zu hören und die Zuhörer waren begeistert.

Jürg Blunschi
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Das Trio Plurism im «Isebähnli» (von links): Fabien Iannone, Donat Fisch und Dominic Egli. Peter Hunziker

Das Trio Plurism im «Isebähnli» (von links): Fabien Iannone, Donat Fisch und Dominic Egli. Peter Hunziker

Plurism ist die Gruppe des Schlagzeugers Dominic Egli, der im «Isebähnli» oft als Mitglied verschiedener Formationen, aber bisher nie als Chef einer eigenen Band aufgetreten war. Mit Donat Fisch (Alt- und Tenorsaxofon) hatte Egli ein Schwergewicht der nationalen Jazzszene dabei und mit dem Bassisten Fabien Iannone ein bemerkenswertes jugendliches Talent.

Die Kombination Saxofon/Bass/Schlagzeug ist selten. Es ist vielleicht das skeletthaft Karge, aber auch die Direktheit, welches das Faszinosum dieser Zusammensetzung ausmacht.

Dies kam auch bei Plurism zum Ausdruck. Selbstredend war Donat Fisch der Hauptsolist, und damit eigentlich die Visitenkarte des Trios. Die Kompositionen wiederum stammten von Dominic Egli, waren geradlinig-unkompliziert, leicht und enthielten oft einen attraktiven exotischen Touch.

Genauso kurzweilig kamen die ausschweifenden Improvisationen daher. Donat Fisch spielte intensive, zupackende Soli mit gelegentlichen markanten Modulationen.

Auf dem Tenorinstrument schwang ab und zu etwas Zerstoben-Hymnisches mit, das eine disziplinierte Nähe zum Charakter der Komposition aufrechterhielt. Mit dem Altsax gestattete sich Fisch grössere Freiheiten, er schien sich weiter von den Themen entfernen zu wollen.

Bass und Schlagzeug unterlegten der Musik einen aufheizenden Groove: Bassist Fabien Iannone hob mit ausdauernden repetitiven Figuren die Soloflüge des Saxofonisten auf einen griffigen und durchaus herzlichen Klangteppich.

Auch Iannone spielte Soli: sensibel, bedacht, beinahe orchestral. Schlagzeuger Dominic Egli hielt nur in ganz schnellen Stücken ein ebenmässiges Metrum aufrecht.

Zumeist kreierte er in unruhiger und unregelmässiger Bewegung spannende perkussive Motive, die einen swingenden Eindruck erzeugten. So mischte er zusammen mit dem Bassisten ein in die Beine fahrendes rhythmisches Gerüst, das der Musik Schwung und Halt gleichzeitig bot.