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Grand Casino Baden gerät in Zürich ins Hintertreffen

Zürcher Behörden haben der Spielbankenkommission ihre beiden Favoriten mitgeteilt – das Grand Casino Baden ist nicht darunter. Auffällig: Es sind genau die zwei, die Stadt, Kanton sowie Tourismus Zürich am meisten Zuschüsse versprochen haben sollen.

Michael Küng
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Das Mega-Projekt von Grand Casino Baden

Das Mega-Projekt von Grand Casino Baden

Zur Verfügung gestellt

Stadt, Kanton und Zürich Tourismus haben der Eidgenössischen Spielbankenkommission zwei der fünf Bewerbungen für das neue Grand Casino Zürich empfohlen. Das Projekt des Casinos Baden am Beatenplatz neben dem Bahnhof bleibt dabei aussen vor.

Die Projekte «Ober-Geschäftshaus» und «Alte Börse» seien zu bevorzugen, weil sie mit Standort, einer guten Verkehrserschliessung sowie Zusatzleistungen punkten, so Behörden und Tourismusbüro gemäss der Nachrichtenagentur SDA.

Mit Zusatzleistungen bezeichnet werden freiwillige Beiträge an Kultur und Zürich Tourismus: «Auffällig ist, dass die beiden nun präferierten Projekte unter den Bewerbern diejenigen mit den höchsten Zusatzleistungen sind», sagt Detlef Brose. Der CEO des Grand Casinos Baden gibt sich aber kämpferisch: «Wir bleiben bei der Ansicht, dass unser Projekt Casino Royal in jeder Beziehung das Beste ist».

Das pompöse Casino soll dereinst im Vollbetrieb, der ab Mitte 2015 möglich wäre, 146 Millionen Franken erwirtschaften. Ein Drittel mehr, als heute das Casino Baden. Dieses wird allerdings gemäss eigenen Schätzungen 35 Prozent Einbussen haben, wenn in Zürich ein weiteres Casino eröffnet. Entsprechend wichtig ist die Bewerbung in Zürich.

Grand Casino Baden kann überleben

Dass das Grand Casino Baden künftig weniger Besucher haben wird, wirkt sich auch auf den Personalbestand aus: Arbeiten heute 200 Leute im Glücksspieltempel, wird sich ihre Zahl um 20 Prozent auf noch 160 verringern.

«Entlassungen soll es möglichst keine geben», so Brose. Das ermöglichen würde zum einen die hohe Fluktuation in einigen Geschäftsbereichen. Zum anderen werden sich einige Mitarbeiter beim neuen Casino in Zürich bewerben, ganz unabhängig davon, wer dieses schlussendlich betreiben wird. Gleichzeitig würden im Projekt vom Casino Baden in Zürich 270 neue Stellen geschaffen.

Zuversichtlich gibt sich Brose auch im Hinblick auf das im Februar eingereichte Baugesuch für das Du-Pont-Gebäude beim Bahnhof: «Bis heute haben in die aufliegenden Unterlagen zum Gesuch nur vier Personen einen Einblick genommen», sagt er. Nur wer Einblick genommen hat, kann gegen das Baugesuch Einsprache erheben. Viele müssen zur Zeit also nicht erwartet werden.

Noch ein Ass im Ärmel

Wer die Konzession schliesslich erhalten wird, will der Bundesrat bis im Sommer entscheiden. Dass einer der Favoriten Zürichs reüssieren wird, ist keineswegs sicher. So überging der Bundesrat etwa bei der Konzessions-Vergabe in Basel das von lokalen Behörden präferierte Messe-Casino und gab stattdessen dem Airport-Casino den Zuschlag.

Neben dem Mega-Projekt am Beatenplatz hat das Casino Baden allerdings noch eine Hinterhand: Am Sihlporte-Projekt der City Zürich Casino AG ist das Grand Casino Baden mit 72,5 Prozent beteiligt.

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