Zwar sank der Bruttospielertrag des Grand Casino Baden im letzten Jahr um 1,9 Prozent auf 65,5 Millionen Franken, doch schon bei der Bekanntgabe dieser Jahreszahlen vor einigen Wochen sprach CEO Detlef Brose angesichts des schwierigen Umfelds von einem erfreulichen Resultat. Nun ist der Vergleich mit den Ergebnissen der restlichen Casinos des Landes möglich, und tatsächlich hat die Badener Spielbank in der Rangliste der Bruttospielerträge einen Platz gutgemacht: Sie überholte die Konkurrenz aus Basel (65,0 Mio. Franken) knapp und ist neu das zweitgrösste Casino der Schweiz.

Branchenprimus ist trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr von 9,1 Prozent das Casino Montreux, das Spielerträge von 71,4 Mio. Franken erwirtschaftete. Ein Spielertrags-Plus gegenüber dem Vorjahr (+0,1 Prozent) verzeichnete einzig das viertplatzierte Swiss Casino Zürich.

Seit gestern Dienstag steht überdies offiziell fest, wer Peter Blöchlinger als Verwaltungsratspräsident der Stadtcasino Baden AG ersetzen wird: An der Generalversammlung Mitte Juni wird Jürg Altorfer zur Wahl vorgeschlagen. Er ist seit 2009 Mitglied des Verwaltungsrates und seit 2012 zusätzlich Verwaltungsratspräsident der Casino Davos AG, die zur Stadtcasino Baden Gruppe gehört.

Altorfer ist ausserdem Vorsitzender des Projekt-Ausschusses, der für die Expansionsprojekte zuständig ist. In diesem Bereich konnten die Badener vergangenen Sommer einen Erfolg verbuchen: Ende Juni erhielten sie – zusammen mit der deutschen Gauselmann-Gruppe – die Konzession für eine Spielbank im prunkvollen Palais Schwarzenberg in Wien. Die Beschwerde des Casinos Austria gegen diesen Entscheid liegt nach wie vor beim österreichischen Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung. Ein Entscheid war ursprünglich für den 7. Februar erwartet worden.

Bis zum richterlichen Entscheid hat die Beschwerde aufschiebende Wirkung. Detlef Brose, CEO der Stadtcasino Gruppe, ist zuversichtlich, dass das Bundesverwaltungsgericht in den nächsten Monaten eine positive Entscheidung fällen wird. Die Gewinne in Wien sollen sich mittelfristig zu einem wichtigen Ertragspfeiler entwickeln. Eine gute Nachricht ist auch aus dem deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt eingetroffen, wo im Dezember nach dreimonatiger Bauzeit eines der modernsten Casinos Europas eröffnet wurde; die Badener Gruppe hält daran einen Anteil von 25 Prozent.

Der von Jürg Altorfer vorangetriebenen Expansionsstrategie mass auch der abtretende VR-Präsident Peter Blöchlinger «riesige Bedeutung» bei, wie er letzten Juni gegenüber dem «Badener Tagblatt» erklärte. Denn die rückläufigen Zahlen in der Schweizer Casino-Landschaft stimmten ihn wenig zuversichtlich. Konkurrenz gebe es mit den Casinos in Zürich und im nahen Ausland, mit Lotto/Toto, den Glücksspielen im Internet und illegalen Spielhöllen. Letztere fügen den Schweizer Spielbetrieben gemäss neusten Schätzungen einen Schaden von jährlich rund 150 Millionen Franken zu.