Seit knapp einem Jahr betreibt der Verein «Bagni Popolari Baden» ein temporäres Gratis-Becken – erst auf dem Kurplatz, seit April dieses Jahres bei der Limmatquelle unten am Limmatufer. Quasi der Prototyp des Gratis-Beckens wurde am Fantoche 2016 aufgestellt. Weil sich der Thermalbrunnen derart grosser Beliebtheit erfreut, kam Anfang dieses Jahres die Idee eines «heissen Brunnens» auf.

Was damals als vage Idee präsentiert wurde, konkretisiert sich jetzt langsam. Denn der Stadtrat Baden beantragt der Ortsbürgergemeindeversammlung vom 3. Dezember einen Verpflichtungskredit zur Realisierung des heissen Thermalbrunnens im Bäderquartier. «Der Stadtrat begrüsst die Idee eines ‹Heisse Brunne› als aussergewöhnliches und hinsichtlich seiner Wirkung zur Stärkung und Wiederbelebung der Bäder überaus passendes Angebot», teilt die Stadt mit. Das Projekt solle das Badener Thermalwasser öffentlich erlebbar machen und werde die auf ein sehr positives Echo stossenden temporären Becken des Vereins «Bagni Popolari» sowie das Thermal-Fussbad ersetzen. «Er reiht sich als weitere Perle in die Vision der Kulturvermittlung Bäder ein und stärkt diese nachhaltig», heisst es wörtlich.

670'000-Franken-Kredit

Der Stadtrat hat eine von Ortsbürgergemeinde angeregte und von der Josef und Margrit Killer-Schmidli Stiftung mitfinanzierte Machbarkeitsstudie zur Konzeption einer Brunnenanlage zur Kenntnis genommen und danke dem Verein Bagni Popolari für die «ausserordentliche, umfangreiche und seriöse Arbeit». «Dieses Engagement passt sehr gut zu den Ortsbürgern, und wir freuen uns, das Thermalwasser einer breiten Öffentlichkeit dauerhaft zur Verfügung stellen zu können», sagt Stefan Bräm, Präsident der ortbürgerlichen Finanzkommission.

Auch unterstütze die Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde den Vorschlag, die Kosten durch die Ortsbürgergemeinde zu tragen. Für die Finanzierung der Erstellung wird der Ortsbürgergemeindeversammlung ein entsprechender Antrag für einen Verpflichtungskredit von 670'000 Franken (Genauigkeit +/- 25 Prozent) für die Realisierung des «Heisse Brunne» zur Genehmigung unterbreitet.

Während die Ortsbürger die Erstellungskosten übernehmen, sollen die Betriebs- und Unterhaltskosten für den Brunnen von der Einwohnergemeinde getragen werden. Dazu wird eine Vorlage an den Einwohnerrat ausgearbeitet. Die Kosten für Betrieb und Unterhalt werden im Falle einer Genehmigung durch den Einwohnerrat entsprechend ins Budget aufgenommen werden. Vorgesehen ist eine vertragliche Vereinbarung mit der Regionalwerke AG Baden zur Ausführung des Unterhalts.

Projekt beim Bund eingereicht

Als nächster Schritt wird das Projekt, nach Bewilligung durch die Ortsbürgergemeindeversammlung und den Einwohnerrat, überarbeitet und als Bauprojekt fertiggestellt. Die Eröffnung des «Heisse Brunne» soll zeitnah mit der Eröffnung des Thermalbads von Mario Botta erfolgen – also nach heutigem Stand der Dinge im Herbst 2021. Je nachdem könnten dereinst gar zwei «Heisse Brunnen» entstehen; allenfalls könnte am gegenüberliegenden Ufer in Ennetbaden ebenfalls ein kleines Becken gebaut werden.

Unterstützt wird das Projekt «Heisse Brunne» massgeblich vom 2017 gegründeten Bäderverein. Dem Vereinsvorstand gehören wichtige Entscheidungsträger an: Marc Bertschinger von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, die das neue Thermalbad betreiben wird, der Badener Stadtammann Markus Schneider (CVP), Ennetbadens Gemeindeammann Pius Graf (SP), Kantonsarchäologe Georg Matter sowie Werner Eglin von der Limmathof AG.

Der Bäderverein ist es denn auch, der beim Bundesamt für Kultur (BAK) ein übergeordnetes Projekt eingereicht hat, welches das Kulturerbe der Bäder als Ganzes vermitteln soll. Ein erstes Vorprojekt rund um den «heissen Brunnen» wurde vom BAK zusammen mit anderen Projekten bereits ausgewählt – das Badener Projekt erhielt sogar am meisten Klicks auf der Website. «Wir werden das Projekt auch im Rahmen der Regionalen Projektschau Limmattal weiterverfolgen», sagte Gründungsmitglied und Historiker Bruno Meier vor ein paar Wochen.