Baden
«Griechischer Herbst» im Kurtheater Baden wirft viele Fragen auf

Mit der Aufführungsserie, die sich Griechenland und insbesondere Athen widmet, startet das Kurtheater Baden in die letzte Saison vor dem grossen Umbau.

Fabienne Tanoa (Text und Fotos)
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Saisonauftakt 2018 Kurtheater Baden
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Fragen über Fragen "Wer glaubt an Gott?" oder "Wer war schon einmal in Griechenland?"Auch dem Publikum wurde während der Aufführung Fragen gestellt.
Apéro nach gelungenem Saisonauftakt Nach der Aufführung "Prometheus in Athen" wurde im Kurtheater Baden nicht nur auf die Saisoneröffnung angestossen, sondern auch auf den bevorstehenden Umbau.
Katharina Washington, Zürich Die Aufführung hat mir sehr gut gefallen und hat mich auch gleich inspiriert, Griechenland und seine Geschichte intensiver zu studieren. Die Umsetzung fand ich sehr originell. Mit Laien zu arbeiten und so eine Stadt darzustellen, ist simple aber sehr eindrucksvoll.
Margreth Stammbach, 53, Baden Das war eine sehr gelungene Vorführung. Es hatte einen dokumentarischen Charakter und der Einsatz von verschiedenen Medien fand ich spannend. Zudem war es eindrücklich, dass die Protagonisten aus dem Film auch hier in Baden auf der Bühne standen.
Sabine Egli, 24, Basel Ich fand das Spiel mit den zwei zeitlichen Ebenen sehr spannend – wie sich das Leben und auch die Meinung der Protagonisten in den letzten Jahren verändert hat. Ich war selber in Athen in diesem Sommer und kann bestätigen, dass es eine sehr lebendige Stadt ist.
Otto Stern, Zürich Ich bin sehr beeindruckt. Die ganze Aufführung wirkte spontan. Das birgt natürlich immer ein gewisses Risiko und braucht Mut. Spannende Dialoge und politische Diskussionen sind während der Aufführung auf der Bühne spontan entstanden. Das fand ich sehr anregen.d
Christian Egli, 27, Zürich Mir ging während dem Stück durch den Kopf, dass ich die Originalaufführung von 2010 auch sehr gerne gesehen hätte. Die Theatergruppe hat es aber geschafft, die Atmosphäre nach Baden zu bringen. Besonders gefallen hat mir zudem die Spontanität des Stücks.

Saisonauftakt 2018 Kurtheater Baden

Fabienne Tanoa

Das Licht geht aus, der Film fängt an. «Wer hatte schon mal Selbstmordgedanken?», werden die 103 Menschen gefragt, die vor sieben Jahren bei der Aufführung von «Prometheus in Athen» auf der Bühne standen. Die Menge teilt sich in zwei ungleiche Gruppen – «Ich» oder «Ich nicht». Die Blicke sind auf jene wenige gerichtet, die auf der «Ich»-Seite stehen. Ein bedrückendes Gefühl. Die 103 Menschen sind alles Laien und repräsentieren die Bevölkerung von Athen aus statistischer Sicht. Durch Dutzende solcher Fragen lernt der Zuschauer das Volk von Athen kennen – die statistischen Zahlen wie auch die individuellen Schicksale und Geschichten.

Sieben Jahre und eine Schuldenkrise später stehen fünf dieser Athener auf der Bühne im Badener Kurtheater. Auf der Leinwand wird der Film der Aufführung in Athen gezeigt, bei der sie damals mitgemacht haben. Parallel zum Film beantworten die fünf die Fragen noch einmal. Manchmal ist die Antwort die gleiche wie damals, manchmal wählen sie die andere Seite. Um ihre Antworten zu erklären, wird der Film immer wieder gestoppt, es wird geredet, diskutiert, erklärt. Durch die Spontanität der Aufführung entstehen immer wieder lustige, aber auch nachdenkliche Momente. Einmal wird sogar das Publikum mit einbezogen und mit Fragen konfrontiert. «Wer war schon einmal in Griechenland?», oder «Wer von euch glaubt an Gott?».

«Letzte Saison richtig geniessen»

Die unkonventionelle und ehrliche Aufführung kommt beim Publikum gut an. Vor und nach der Vorstellung sind aber nicht nur die Veränderungen in Griechenland das Thema, sondern auch jene des Kurtheaters Baden. Nach jahrelangem Rechtsstreit um die Neugestaltung startet das Kurtheater in die letzte Saison vor dem grossen Umbau. «Wir freuen uns wahnsinnig», sagt Lara Albanesi, die seit bald zehn Jahren die Gesamtleitung innehat. Ende März soll eine «Abbruchparty» den krönenden Abschluss bilden, bevor das Theater nach zweijähriger Bauzeit in neuem Glanz erstrahlt. «Jetzt möchten wir aber die letzte Saison nochmals richtig geniessen», betont Albanesi. Gestartet wird mit der Serie «Griechischer Herbst», die insgesamt acht Aufführungen bis Mitte November beinhaltet.

Weitere Aufführungen: Do., 26. Oktober, Über Haschisch; 28. Oktober, Cementary; 1. November, Ismene, Schwester von; 4. November, Alexis Sorbas; 9. November, Clean City; 11. November, Der Grosse Abend der Griechischen Mythologie; 18. November, Bacantes Prelúdio para uma purga.