Baden
Grossaufmarsch in Baden – 200 Personen mit Fahnen und Schildern unterwegs

Der Tag der Arbeit lockte viele Menschen auf die Strasse. 200 Personen zogen durch Baden und machten mit Fahnen und Schildern auf die Rechte der Arbeitnehmer aufmerksam. Der Tag der Arbeit wurde zum 123. Mal gefeiert.

Florian Zimmermann
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Paul Rechsteiner hält seine Ansprache
8 Bilder
Das Festzelt ist gefüllt
In der Unterführung
Gemeinsam durch Baden
Auf dem Theaterplatz
Andrea Arezina hält ihre Ansprache
Auch die Kleinen machen mit
1.Mai-Feier in Baden

Paul Rechsteiner hält seine Ansprache

Alex Spichale

«Nehmt den Reichen das Geld weg» oder «1:12 – Abzocker stoppen.» So lauteten die Schriften auf den Plakaten, die am 1. Mai durch die Stadt getragen wurden. Der Tag der Arbeit wurde weltweit zum 123. Mal gefeiert.

In Baden nahmen rund 200 Personen am Umzug teil. Mit Megafon und Musik waren die Demonstranten schon von weit her zu hören. Geführt wurde sie wie jedes Jahr von der Unia. Die grösste Gewerkschaft der Schweiz verpflegte die Teilnehmer in ihrem Festzelt auf dem Theaterplatz.

Florian Vock, Präsident der SP Turgi-Gebenstorf begrüsste das volle Zelt und betonte den Sinn vom Tag der Arbeit: «Wir setzen uns ein für die Rechte der Arbeitnehmer und Fairness am Arbeitsplatz.» Noch vor dem Umzug motivierte Paul Rechsteiner, SP-Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, die Zuhörerinnen und Zuhörer sich für faire Löhne einzusetzen.

«140 000 Angestellte mit Lehrabschluss kommen mit ihrem Vollzeitjob nicht auf einen Monatslohn von 4000 Franken», sagte Rechsteiner. Vor allem der Detailhandel stehe bei diesem Vorwurf im Fokus. Nach dem Umzug erhielt Andrea Arezina, Präsidentin der SP Baden und Einwohnerrätin der Stadt, das Wort.

Geschichte eines Mädchens

Sie erzählte von einem Mädchen, das 1990 ihre Kindheit auf dem Bauernhof in Jugoslawien verbringt und dort wunderschöne Tage erlebt. Das Kind muss in die Schweiz flüchten, weil der Krieg in im Heimatland ausgebrochen ist. Es wächst in der Schweiz auf und wird eingebürgert.

Heute merke niemand mehr, woher die inzwischen junge Frau stamme – Arezina erzählte von ihrer eigenen Kindheit. Sie betonte zum Schluss: «Jeder hat die Chance verdient, die auch ich mal hatte.» Sie machte damit ihren Standpunkt zur Verschärfung des Asylgesetzes klar.

Für sie sei der Tag der Arbeit enorm wichtig. «Der Umzug zeigt, wer alles hinter unserer Forderung für gerechte Löhne steht.» Stadtammann Geri Müller betonte: «Arbeit gehört zu den wichtigsten Bereichen eines Menschen. Ein Tag, der die Rechte der Angestellten betont, ist besonders gedenkenswert.»

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