Bellikon
Grossbaustelle drückt auf das Ergebnis der Rehaklinik: «Zufrieden angesichts der Umstände»

Wegen Bauarbeiten sinkt Bettenbelegung auf 94,4 Prozent. Trotzdem bläst Direktor Toni Scartazzini nicht Trübsal: Im Frühjahr 2018 soll der 300-Millionen-Neubau in Betrieb gehen. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

Carla Stampfli
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Rehaklinik Bellikon
10 Bilder
Prothesen im Spritzschrank.
In diesem raum werden Prothesen bearbeitet.
Neuer Wartebereich mit hängenden Gärten in der Rehaklinik Bellikon.
Der Rohbau ist fertig, nun wird der Innenbereich fertig erstellt.
Auch die Wäscherei wurde modernisiert.
Prothesen und Gehhilfen.
Seit 2013 wird bei der Rehaklinik gebaut: Im Frühjahr soll der Neubau in Betrieb genommen werden.
Prothese und Gehhilfen in der modernisierten Gehschule.
Blick vom bestehenden Gebäude in den Neubau.

Rehaklinik Bellikon

Alex Spichale

Nach bald vier Jahren neigen sich die Um- und Neubauarbeiten bei der Rehaklinik Bellikon langsam dem Ende zu: Im Frühjahr 2018 soll der 300-Millionen-Franken-Bau in Betrieb genommen werden. Doch die Bautätigkeit geht an der Klinik nicht spurlos vorbei, wie Direktor Toni Scartazzini sagt. «Die Arbeiten am Neubau und an den bestehenden Gebäuden erfolgen bei laufendem Betrieb. Zudem betreiben wir zeitweise bis zu fünf Provisorien. Das fordert unsere Mitarbeitenden und die Patienten heraus.»

Das Bauprojekt wirkt sich auch auf das Geschäftsergebnis 2016 aus: Weil die beiden Bettenhäuser im letzten Jahr haustechnisch teilsaniert wurden und dadurch während eines halben Jahres weniger Betten zur Verfügung standen, generierte die Rehaklinik 2555 Pflegetage weniger als noch im Vorjahr (2015: 71 914). Die Bettenbelegung lag bei 94,4 Prozent (2015: 96,1 Prozent, Budget: 95 Prozent).

«In Anbetracht der Umstände sind wir mit der erreichten Auslastung sehr zufrieden», sagt Scartazzini. Dasselbe gelte für das wirtschaftliche Ergebnis. Die Rehaklinik weist mit einem Ertragsüberschuss von 120 000 Franken eine «ausgeglichene Rechnung» vor. «Wir haben unsere Ziele grossmehrheitlich erreicht. Das zeigt, dass uns der Spagat zwischen Klinikalltag, Bautätigkeit und Betriebssicherheit gut gelungen ist», zeigt sich der Direktor erfreut.

Grosse Baufortschritte erzielt

Das letzte Jahr war für die Rehaklinik zwar herausfordernd, jedoch konnte sie grosse Fortschritte im Um- und Neubauprojekt erzielen. Beispielsweise ist der talseitige, 150 Meter lange und 50 Meter breite Neubau im Rohbau fertig. Weiter sind verschiedene Bereiche in den bestehenden Gebäuden modernisiert und bereits bezogen, etwa die Technische Orthopädie, der Gastronomiebereich, die Wäscherei oder die Orthopädieschuhtechnik.

«Die Bauarbeiten laufen nach Plan», sagt Scartazzini. Nun gehe es darum, die Rehaklinik trotz Bautätigkeit weiterzuentwickeln. Die Gesundheitsversorgung ist im Umbruch, zum Beispiel, was das Tarifsystem betrifft. «Die Rahmenbedingungen verändern sich.» Deshalb versuche man verstärkt mit Partnern wie dem Universitätsspital Zürich, dem Kantonsspital
Aarau oder dem Luzerner Kantonsspital zusammenzuarbeiten. «Auf diese Weise können wir Synergien nutzen und Behandlungsprozesse optimieren», sagt er.

Die Rehaklinik ist auch daran, ihr Leistungsangebot zu verfeinern und auszubauen. Im Rahmen des Neubaus erweitert sie unter anderem ihren Bettenbestand um 17 auf 222. Diese Patientenplätze werden in Spezialbereiche wie beispielsweise der Intermediate-Care-Station, einer Zwischenstufe zwischen Intensiv- und Normalstation, geschaffen. Weiter baut sie die Sportmedizin und Sportreha im Zuge des Neubaus mit neuen Sport- und Freizeitanlagen aus. «Patienten sind motivierter, an sich zu arbeiten, wenn sie sich nach einem Unfall wieder sportlich betätigen können», merkt Scartazzini an.

Provisorien bis Oktober räumen

Obwohl die Arbeiten in die Endphase gehen, halten sie die Rehaklinik weiterhin auf Trab. «Wir sind im Moment an der Planung der Übernahme und Inbetriebnahme des Neubaus.» Dadurch, dass der Totalunternehmer (TU) in weniger als einem Jahr den Neubau übergibt, muss die Rehaklinik Hunderte von Räumen neu beziehen und ausstatten – bei laufendem Betrieb. «Der Umzug ist logistisch so zu planen, dass sich die einzelnen Bereiche nicht in die Quere kommen. Denn es müssen innert kurzer Zeit mehrere Tonnen Material verschoben werden», sagt Scartazzini. Hinzu komme eine weitere Erschwernis: Die meisten Provisorien müssen bis Oktober dieses Jahres geräumt werden, damit der TU diese rückbauen könne: «Die Provisoriumsräume bringen wir bis zum Bezug des Neubaus in unseren bestehenden Gebäuden unter, die bereits umgebaut wurden oder zu diesem Zweck speziell hergerichtet werden.»

Angesichts der Herausforderungen zeigt sich der Klinikdirektor guten Mutes. «In den letzten Jahren sind wir im Rahmen des Bauprojekts rund 15 Mal umgezogen. Jetzt sind wir erprobt», sagt Toni Scartazzini mit einem Schmunzeln. Ausserdem sei es motivierend zu sehen, dass sich die Bauarbeiten dem Ende zu neigen. «Der Ansporn durchzuhalten, ist gross: Das Um- und Neubauprojekt ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Rehaklinik.»

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