Gebenstorf
Grosse Aufregung nach Leserbrief – nun klärt die Gemeinde auf

An der Sommergmeind 2012 sprachen die Gebenstorfer rund 5,4 Mio. Franken für die Sanierung der Dorf- und Sandstrasse und den gleichzeitigen Ersatz der Wasser- und Abwasserleitung gut. Weil nicht alle Leitungen ersetzt werden mussten, kann die Gemeinde rund 70000 Franken sparen.

Martin Rupf
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Die Dorfstrasse in Gebenstorf. az archiv

Die Dorfstrasse in Gebenstorf. az archiv

In einem Leserbrief an die az kritisierte der Gebenstorfer Georg Humbel den Gemeinderat vor rund zwei Wochen mit deutlichen Worten: Nun würden sie wieder von den Plakaten lächeln und dabei dringliche Investitionen vernachlässigen, schrieb Humbel sinngemäss im Leserbrief.

Der Leserbrief von Georg Humbel

Marode Wasserleitungen in Gebenstorf

Jetzt lächeln sie wieder von Flyern und Plakaten - die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von Gebenstorf, die das Sagen über sein oder nicht sein der Infrastrukturen des Dorfes haben. Die Jahrhundertbauwerke entstehen lassen, aber dringliche Investitionen vernachlässigen. Es geht in Vergessenheit, in welch desolater Lage sich die Infrastruktur unseres Dorfes sonst befindet, vor allem die Strassen. Wir haben an der vorletzten Gemeindeversammlung die Sanierung der Dorf- und Sandstrasse beschlossen. Da die Wasser- und Abwasserleitungen 50 bis 60 Jahre alt sind, müsse unbedingt saniert werden, war die Argumentation. Dies zu Kosten von 5,4 Mio. Franken! Für die Dorfbevölkerung war klar: Die alten Leitungen müssen raus! Also hat man der Sanierung mit grosser Mehrheit zugestimmt. Die Strasse bis zur Kreuzung Küngenwinkel ist nun mit der gepflästerten Rinne und dem Grund- Teerbelag fertiggestellt, aber was ist mit den Abwasser- und Wasserleitungen? Nein, die wurden nicht ausgewechselt! Wieso auch? Die sind ja erst 50-60 Jahre alt und müssten eigentlich noch 20 Jahre halten! Über was haben wir denn abgestimmt? Dass die maroden Wasserleitungen tickende Zeitbomben sind, habe ich die letzten sechs Wochen erfahren müssen!

Georg Humbel, Gebenstorf

Konkret regte er sich darüber auf, dass an der Sommergmeind 2012 insgesamt 5,4 Millionen Franken für die Sanierung der Dorf- und Sandstrasse und den gleichzeitigen Ersatz der Wasser- und Abwasserleitungen gesprochen wurden. Trotzdem seien aber die Leitungen zwischen Lätten und Küngenwinkel nicht ausgewechselt worden, «obwohl diese rund 50 bis 60 Jahre alt seien», so Humbel in seinem Leserbrief.

Nach 40 Jahren noch Ok

Die Gemeinde räumt ein, dass die Feststellung von Humbel tatsächlich zutreffe. Gleichzeitig relativiert Gemeindeschreiber Stefan Gloor: «Von insgesamt rund 430 Metern Leitungen hat man nur bei gerade 40 Metern auf einen Ersatz verzichtet.» Der Grund: Während der Bauphase seien die Leitungen auf ihren Zustand hin kontrolliert worden.

«Dabei hat sich gezeigt, dass die knapp 40-jährige Wasser und Abwasserleitung noch in einem guten Zustand ist», sagt Gloor. Deshalb habe man zusammen mit der Wasserbaukommission und der Bauleitung entschieden, auf den Ersatz dieser Leitungen auf einer Länge von rund 40 Metern zu verzichten. «Sollte die Abwasserleitung zu einem späteren Zeitpunkt einen Schaden erleiden, kann diese im Inline-Verfahren saniert werden, ohne dass die Strasse wieder geöffnet werden muss», erklärt Gloor.

Gleichzeitig hält der Gemeindeschreiber fest: «Durch die Sanierung konnten rund 60 000 bis 80 000 Franken eingespart werden.» Unter dem Strich sei ein wirtschaftlich vertretbarer Entscheid gefällt worden.

Eine andere Leitung ist geplatzt

Weshalb aber, schreibt Georg Humbel in seinem Leserbrief: «Dass die maroden Wasserleitungen tickende Zeitbomben sind, habe ich die letzten sechs Wochen erfahren müssen?» Gloor klärt auf: «Im Bereich Küngenwinkel – Alter Kirchweg sind tatsächlich schon mehrere Leitungsbrüche erfolgt. Dabei handelt es sich aber nicht um Leitungen, die im Rahmen des gesprochenen Kredits hätten saniert werden müssen.»