Baden

Grosse Freude beim Bäderverein: Der Kanton bietet grosszügige finanzielle Unterstützung

Geprägt von 2000 Jahren wechselvoller Geschichte: Eine Luftaufnahme der Bäder von der Goldwand aus.

Geprägt von 2000 Jahren wechselvoller Geschichte: Eine Luftaufnahme der Bäder von der Goldwand aus.

Der Regierungsrat spricht 750'000 Franken für die Vermittlung des einzigartigen historischen Kulturerbes in den Badener Bädern. In Zukunft will der Verein ein Kuratorium schaffen, das einzelne Projekte der Kulturvermittlung aussuchen und betreuen soll.

Eine schöne Überraschung für Baden und Ennetbaden aus Aarau: Der Regierungsrat spricht eine Dreivertelmillion Franken aus dem Swisslos-Fonds für den Bäderverein Baden. Der Verein, der vor zwei Jahren gegründet wurde, um das Kulturerbe der Thermalbäder in Baden und in Ennetbaden zu vermitteln, hat damit die Mittel, um einen Gang höher zu schalten.

«Die Freude über den Beitrag des Kantons ist sehr gross», sagt Pius Graf, Präsident des Bädervereins. «Die Unterstützung motiviert uns, engagiert weiterzumachen.» Der Ennetbadener Gemeindeammann ist seit der Gründung im Dezember 2017 Vorsitzender des Vereins.

Der Vorstand arbeitet komplett ehrenamtlich, die Gelder fliessen vollumfänglich in die Projektarbeit. Nach dem Bund ist der Kanton der zweite grosse Förderer des Bädervereins. Kurz vor Weihnachten 2018 hatte der – notabene unpolitische – Verein schon vom Bundesamt für Kultur 200'000 Franken zugesprochen bekommen.

Erbe der Badener Bäder vermitteln

Genau wie dieser Beitrag soll auch das Geld aus dem Swisslos-Fonds für das Projekt «Bäderkultur» verwendet werden. Das Ziel: Das faszinierende Erbe der Badener Bäder auf eine zeitgemässe Art zu vermitteln. Die 750'000 Franken sind einer der höchsten Beiträge, die aus dem Aargauer Swisslos-Fonds in den letzten Jahren vergeben wurden.

«Die starke Unterstützung von Bund und Kanton zeigt einmal mehr, dass wir hier in Baden und Ennetbaden ein Erbe von nationalem, ja sogar internationalem Rang haben», sagt Pius Graf. Es sei eine einmalige Chance, diesem Erbe jetzt Rechnung zu tragen.

Bevölkerung in der ganzen Breite erreichen

«Der Kultur Gehör verschaffen, um die Bevölkerung in der ganzen Breite zu erreichen»: Das ist eines der Kriterien, nach denen der Regierungsrat laut Aargauer Kulturkonzept Beiträge aus dem Swisslos-Fonds spricht. Der Bäderverein ist damit auf offene Ohren gestossen. «Uns ist es als Verein gelungen, zahlreiche Bäder-Akteure an einen Tisch zu bringen», sagt Graf. Dazu zählen neben den Gemeinden Baden und Ennetbaden auch die Ortsbürgergemeinde Baden, der Römer-Quartierverein, Hoteliers, die Badener Standortförderung, der Kanton, der Bund und die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, welche über ihre Tochtergesellschaft Verenahof AG den Umbau des Bäderquartiers verantwortet und das neue Thermalbad und die Gesundheitsklinik betreiben wird.

Nicht zuletzt ist auch der Verein Bagni Popolari Mitglied im Bäderverein. «Der Austausch mit der Gruppe, die sich bereits heute ganz konkret für die Zugänglichkeit zum Thermalwasser einsetzt, ist uns sehr wichtig», sagt Graf.

Nächstes Ziel: ein Kuratorium schaffen

Als nächster Schritt suche der Verein nun ein Kuratorenteam, das etwa zwei bis drei Jahre lang die einzelnen Projekte der Kulturvermittlung aussuchen und betreuen wird, erklärt Pius Graf. Anfang 2020 soll die Arbeit des Bäderverein-Kuratoriums losgehen.

Unabhängig vom Projekt «Bäderkultur» treibt der Bäderverein auch das Projekt «Quellwelten» voran. Dabei geht es darum, die Thermalquellen im historischen Verenahof-Geviert erlebbar zu machen. «Die Hinterhofquelle und allenfalls auch weitere Quellfassungen sollen in Zukunft der Bevölkerung öffentlich zugänglich sein», erklärt Graf. Schliesslich gehe es allem voran darum, die Menschen aus nah und fern in die Bäder zu bringen und ihnen die reiche Geschichte zu vermitteln. «Unser Ziel ist es, allen Interessierten etwas zu bieten. Es ist absolut einmalig, was wir in den Bädern haben.»

Aus der Vogelperspektive: ein Flug über die Badener Bäderquartier-Baustelle

Aus der Vogelperspektive: ein Flug über die Badener Bäderquartier-Baustelle (September 2018)

Nicht zuletzt möchte der Bäderverein noch bekannter werden. Bisher lief vieles über Mund-zu-Mund-Propaganda. Seit diesem Jahr hat der Verein auch eine neue Homepage und einen Newsletter. Man kann online unkompliziert Mitglied oder Gönner werden und den Bäderverein finanziell unterstützen. Eines ist klar: Die geplanten «Bäderkultur»-Projekte werden – neben den beiden Heissen Brunnen des Vereins Bagni Popolari und dem neuen Badener Thermalbad – die 2000 Jahre alte, stolze Geschichte der Badener Bäder wieder lebendig machen.

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