Noch rollt eine grosse Gerüstleiter über den Holzboden des ehemaligen Kinos Royal in Baden. Doch bereits diesen Freitag öffnet das Kulturlokal seine Türen wieder – diesmal unter neuer Führung. «Wir sind eine Royalfangruppe, die den Kulturbetrieb aufrechterhalten möchte», sagt Andriu Deflorin, Vereinspräsident des siebenköpfigen Teams.

Aber der erste Eindruck täuscht: Das Royal wird keiner Totalrevision unterzogen. «Das Royal bleibt weiterhin eine Plattform für Nischenkultur. Wir ergänzen das Programm jedoch um einige Stilrichtungen», sagt Deflorin. Auch am Royal-Look soll sich grösstenteils nichts ändern, nur das Fumoir und die Toiletten erhalten einen neuen Anstrich. Ausserdem sorgt ab Freitag eine neue Soundanlage für eine bessere Akustik.

Royal für ein weiteres Jahr

An der Wiedereröffnungsparty erwartet die Besucher ein bunter Mix aus Konzerten und Shows. «Es wird einen Spannungsbogen zwischen verschiedenen Musikstilen, Tanz und Zauberei geben, aber auch einige Überraschungen», sagt Deflorin und fügt an: «Allerdings wird das Wiedereröffnungsfest nicht so gross ausfallen wie das Abschlussfest.» Zur Erinnerung: Im Mai verabschiedete sich der alte Betriebs- und Trägerverein Royal mit einer grossen Sause über das Wochenende vom beliebten Kulturlokal.

Fünf Jahre hatte das alte Team das Royal betrieben. Der neue Verein wird das Royal bis zum Sommer 2017 führen. Was danach mit dem ehemaligen Kinosaal passiert, ist noch ungewiss. Deflorin: «In diesem einen Jahr, das uns zur Verfügung steht, wollen wir das Royal noch einmal in seiner alten Vielfalt aufleben lassen und möglichst viele Menschen zu uns locken.»

Nach zwei Stunden ist Schluss

Neu wird es eine Raveparty unter der Woche geben: Genau zwei Stunden gibt es Musik und kann getanzt werden, dann ist Feierabend. «So geht niemand übermüdet zur Arbeit am nächsten Tag», sagt Deflorin. Einmal im Monat gehört die Bühne im Royal fernerhin dem Wortakrobaten Simon Libsig. Unter «The Royal Slam» sollen verschiedene Künstler gegeneinander antreten. Libsig wird dabei als Moderator auftreten.

Für alle Theaterbegeisterten soll es neu regelmässig einen «Theatersport» geben. «Dort treffen zwei Improvisationstheatergruppen aufeinander und müssen sich miteinander duellieren», erklärt Deflorin. Das Publikum werde dabei meist aktiv miteinbezogen. Einige neue Programmpunkte seien noch in Planung. «Gerne würden wir zum Beispiel mehr Jazz- und Reggae-Musiker im Royal präsentieren», sagt Deflorin. Auch Lesungen sollen vermehrt einen Platz im Programm einnehmen. Zur Freude aller Tanznarren gibt es weiterhin Flamenco-Abende und auch an Videoinstallationen wird es in Zukunft nicht fehlen. «Wir sind aber auch offen für neue Ideen», sagt Deflorin. Jeder, der zur Bereicherung des alternativen Kulturprogramms beitragen könne, dürfe sich gern beim neuen Betreiberverein melden.

Royale Wiedereröffnung: Freitag, 2., und Samstag, 3. September, ab 20 Uhr