Remetschwil
Grosses Mehr für 5 Millionen teures Primarschulhaus

Wie geht es weiter nach dem deutlichen Ja an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung?

Luca Belci
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So soll das neue Primarschulhaus dereinst aussehen. Es handelt sich um einen zweistöckigen Modulbau.

So soll das neue Primarschulhaus dereinst aussehen. Es handelt sich um einen zweistöckigen Modulbau.

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung hat die Stimmbevölkerung den beiden Anträgen für den Schulhausbau und den Kindergartenumbau deutlich zugestimmt. «Wir hatten noch nie so viele Anwesende an einer Gmeind», sagt Gemeindeschreiber Roland Mürset. 189 Stimmbürger kamen in die Turnhalle, um über den geplanten Neubau des Primarschulhauses mitzureden. Dieser soll 4,9 Millionen Franken kosten. Hinzu kommt der 83 000 Franken teure Umbau des Kindergartens für die Tagesstrukturen (az vom 25. 8.).

Hätte es nicht anders geklappt?

Die anwesenden Remetschwiler hätten sich durchaus kritisch zu den zwei Projekten geäussert, erzählt Mürset: «Die Grösse und die Herangehensweise wurden mehrfach bemängelt und infrage gestellt.» Während der Diskussion sei gar ein Rückweisungsantrag gestellt worden mit der Forderung, die Auswirkungen auf die Finanzen klarer darzulegen. Doch dieser Vorschlag fand an der Versammlung keine Mehrheit. Schliesslich wurde der Verpflichtungskredit für den «Abbruch des Schulpavillons sowie für den Bau eines Primarschulhauses inklusive Kindergarten» mit einem grossen Mehr und nur 14 Gegenstimmen bewilligt. Der Kredit für den Umbau des Kindergartens für die Tagesstrukturen wurde ebenfalls deutlich akzeptiert, es gab nur zehn Nein-Stimmen.

Steuerfuss muss erhöht werden

Am Montag wurde auch das Geheimnis über die angekündigte Steuerfusserhöhung gelüftet: «Er soll um drei bis vier Prozentpunkte auf 95 oder 96 Prozent ansteigen», erklärt Roland Mürset. Grund dafür seien neben den beiden Schulbauten auch der neue Kreisel Busslingen für 3,1 Millionen Franken sowie der Anteil von 3,5 Millionen Franken am Oberstufenzentrum Rohrdorferberg. Über die definitive Erhöhung wird die Remetschwiler Bevölkerung an der nächsten Gemeindeversammlung im November entscheiden müssen.

«Nun möchten wir so schnell wie möglich die Baugesuche einreichen», erklärt Mürset. Er hofft, dass diese noch vor Jahresende bewilligt werden können. Denn vor Baubeginn müssen diese noch vom Kanton geprüft werden. Die Eröffnung des neuen Schulhauses und des Kindergartens ist auf das Schuljahr 2016/17 geplant. Für die Gemeinde gab es ohnehin keine Alternative zum nun akzeptierten Projekt. Denn bereits heute besuchen 180 Kinder die Primarschule und den Kindergarten. Im Ortsteil Busslingen entstehen zudem zwei Mehrfamilienhäuser, weshalb der Gemeinderat von steigenden Schülerzahlen ausgeht.

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