Grossprozess
Einbruchstour durchs Limmattal: Neunköpfige Diebesbande klaut Laptops und Handys für über 230'000 Franken

Neun Männer sollen im Limmattal über 20 Einbrüche begangen haben. Nun müssen sie sich vor dem Richter in Baden verantworten.

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«Es war nicht einfach nur ein Bubenstreich, sondern eine Bande, die viel Schaden angerichtet hat», sagt Lukas Müller. Der Gesamtschulleiter von Würenlos wirkt sichtlich erleichtert: Die Täter, die vor drei Jahren in seine Schule einbrachen und unter anderem zehn Laptops klauten, konnten gefasst werden. Diese Woche muss sich die Diebesbande vor dem Bezirksgericht Baden verantworten.

Es war eine regelrechte Einbruchstour durch das Limmattal, die die neunköpfige Bande während eineinhalb Jahren verübte. Insgesamt 23 Einbrüche gehen auf das Konto der Männer zwischen 20 und 25 Jahren. Erst zielten sie auf Schulen ab. Doch fette Beute war hier nicht zu holen. Also spezialisierten sie sich auf Shops für Mobilfunkgeräte. Unter anderem konnten sie im Shoppi Tivoli in Spreitenbach fast 80 Handys stehlen. Die Deliktsumme der Diebstähle beläuft sich insgesamt auf 230'000 Franken.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Bande gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, mehrfachen Hausfriedensbruch und mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vor.

Anführer ist grösstenteils geständig

Bandenchef soll ein 21-jähriger Kosovare sein. Der junge Mann befindet sich bereits seit über einem Jahr im vorzeitigen Strafvollzug. Laut Verteidiger Pascal Felchlin ist der Kosovare geständig, zumindest teilweise: «Es gibt auch Vorwürfe, die er bis heute bestreitet», sagt Felchlin gegenüber Tele M1. Für die anderen wolle der 21-Jährige geradestehen.

Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Gefängnis und einen zehnjährigen Landesverweis für den Bandenchef. Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag eröffnet.