Baden
Grossratswahlen: FDP-Mitglieder stimmen online über Listenplätze ab

Die Kandidaten der Bezirkspartei Baden werden im Internet nominiert. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Nominationsverfahren. Doch wer erhält die besten Plätze?

Pirmin Kramer
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Über den Modus der Listenplatzverteilung für die Grossratswahlen im Herbst muss bei der FDP-Baden noch abgestimmt werden.

Über den Modus der Listenplatzverteilung für die Grossratswahlen im Herbst muss bei der FDP-Baden noch abgestimmt werden.

Aargauer Zeitung

Wer geht von Listenplatz 1 ins Rennen um einen Sitz im Grossen Rat? Und wie werden die restlichen Kandidatinnen und Kandidaten platziert? Innerhalb der FDP des Bezirks Baden läuft noch bis heute Mittag eine Debatte zur Reihenfolge der Liste für die Wahlen im Herbst. Die Mitglieder entscheiden online – wegen Corona kann nicht wie üblich eine Versammlung durchgeführt werden. Zur Auswahl stehen drei Optionen, um die bisher 25 Kandidatinnen und Kandidaten zu platzieren.

Der Vorschlag der Parteileitung: Auf den ersten Plätzen sollen die Bisherigen stehen – sortiert nach dem Wahlresultat vor vier Jahren. Dahinter folgen jene, welche 2016 die Wahl verpassten, ebenfalls rangiert nach damaligem Resultat. Zuletzt werden die Neulinge platziert, in alphabetischer Reihenfolge. Vor vier Jahren stellte die FDP auch ihre Spitzenkandidaten sowie die Zweitmaligen in alphabetischer Reihenfolge auf. Auch diese Option steht bei der Online-Abstimmung zur Auswahl.

«Wettbewerb ist wichtiger als das Alphabet»

Warum dieser Änderungsvorschlag der Parteileitung? Norbert Stichert aus Untersiggenthal, Bezirksparteipräsident und amtierender Grossrat: «In unseren Augen sollte der Wettbewerb mehr Gewicht haben als das Alphabet.» Je nachdem, für welche Variante sich die Parteibasis entscheidet, wird entweder Bruno Gretener oder Adrian Schoop an die Spitze der Liste gesetzt. «Der Entscheid, wie die Reihenfolge definiert wird, wirkt sich aber weniger bei den Bisherigen, als vielmehr auf den mittleren und hinteren Plätzen aus», glaubt Stichert.

Eine dritte Alternative bringt Gina Kern ins Spiel: Die Ehrendinger Gemeinderätin fordert attraktivere Plätze für jene Kandidatinnen und Kandidaten, die sich bereits bei den Nationalratswahlen im letzten Herbst aufstellen liessen, sei es auf der Hauptliste oder für die Jungfreisinnigen. Kern stellt den Antrag, dass diese Kandidaten nach den Bisherigen und Zweitmaligen – aber noch vor den Neulingen – platziert werden, sortiert nach Wahlresultat. «Den Nationalratswahlkampf als Aufbauwahlkampf für den Grossen Rat zu nutzen, wurde von der Partei empfohlen, doch wenn dies dann im Listenplatz nicht honoriert wird, finde ich das schade», sagt die 45-Jährige.

Parteipräsident Stichert ist skeptisch: «Unnötig kompliziert», findet er diesen Vorschlag. «Denn es werden zwei Wahlen vermischt.» Doch am Ende bestimmten die Mitglieder die Reihenfolge, weshalb die Empfehlung der Parteileitung den anderen Varianten gegenüber gestellt werde.

Die Debatte um Listenplätze sei wichtig, sagt Stichert. Aber: «Dass man auch von einem der hinteren Plätze den Sprung ins Parlament schaffen kann, wurde schon bewiesen.» Wichtiger als die Listennummer sei das Engagement für die Regionalpolitik, etwa als Gemeinderat. «Als Gemeinderätin von Ehrendingen bringt Gina Kern darum sicher gute Voraussetzungen mit», sagt Stichert. Alle vier aktuellen FDP-Grossräte aus dem Bezirk seien amtierende oder einstige Gemeinderäte – neben ihm selbst Adrian Schoop, Bruno Gretener und Antoinette Eckert, die nicht wieder antritt.

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