Lange war unklar, ob und wie die Raketenabschussrampen-Beiz aus Ehrendingen am geplanten Standort auf dem Schlossbergplatz tatsächlich realisiert werden kann. Die gute Nachricht: Die Abschussrampe kommt. Allerdings wird sie mit 34 Metern acht Meter weniger hoch als erwartet. «Dass unser Turm nun nicht ganz so hoch wird, hat nicht an unserer Euphorie für das Projekt gekratzt», sagt Mario Laube, Medienverantwortlicher im Ehrendinger Organisationskomitee. Im Gegenteil: 34 Meter seien immer noch sehr hoch. Genauer: Trotz den eingebüssten Metern werden die Ehrendinger die höchste Beiz bauen, die es je an einer Badenfahrt gegeben hat.

Entsprechend hat das ehrgeizige Projekt bereits vor knapp einem Jahr Schlagzeilen gemacht. 42 Meter hoch hätte die Beiz werden sollen – ein Giganten-Bau, fast so hoch wie das Badener Torre-Hochhaus. Doch kaum vorgestellt, kam auch schon der befürchtete Strich durch die Rechnung: Die Raketenabschussrampen-Beiz sollte vor dem Manor und dem ehemaligen «Cachet»-Haus zu stehen kommen. Nachdem jedoch das Bundesgericht die letzte Beschwerde gegen den «Cachet»-Neubau im Juni 2016 abgewiesen hatte, war klar: Im Herbst würden bereits die Abbrucharbeiten beginnen; just dort, wo der Ehrendinger Megabau hätte zu stehen kommen sollen, würden der Baukran und der Installationsplatz für das künftige Haus an der Bahnhofstrasse 7 stehen.

Die Idee mit dem Baustellenkran

Zur Diskussion stand auch, den Turm mit dem Baustellenkran auf dem Installationsplatz zu verschmelzen. Doch die Idee musste man aus Sicherheitsgründen verwerfen. Dies, obwohl die Bauarbeiten am Schlossbergplatz für die Badenfahrt stillstehen. «Bei starkem Wind muss sich der Kran mit der Windrichtung bewegen können», erklärt Mario Laube. Immerhin: «Wir brauchen keinen eigenen Kran für den Aufbau, sondern können den Baustellenkran vor Ort nutzen», sagt er.

Wie viel die ganze Konstruktion mit den vier Stahlträgern, Rakete, Bars und Restaurant kosten wird, will das OK nicht bekannt geben. Nur so viel: Der Betrag liegt im sechsstelligen Bereich.

Das elfköpfige Organisationskomitee musste indes nicht nur auf die acht Höhenmeter verzichten, sondern auch seinen Projektnamen anpassen: Das Beizen-Projekt heisst statt «Universus» neu «UniversAll»-Turm. Der Grund: Das grosse Festspiel, das an der Badenfahrt im Kurpark aufgeführt wird, heisst bereits «Universus».

Bis hinauf zum Mars

Das ursprüngliche Konzept konnte das OK trotz der Änderungen belassen. Geplant sind drei Ebenen mit je einer Fläche von 76 Quadratmeter und Platz für insgesamt über 300 Gäste. Die erste Ebene auf fünf Metern Höhe heisst «Mission Control» und ist eine Bar. Die Zweite, die «Space Station» in 27 Metern Höhe, ist das Restaurant. Wer keine Höhenangst hat, kann in fast 31 Metern Höhe die Aussicht vom «Mars», der dritten Ebene, geniessen.

Hier wird es ebenfalls eine Bar geben. Auf der Mars-Ebene wird es zudem eine Bühne geben für Musik, Theater und weitere Darbietungen aus dem Bereich der Kleinkunst. Das Ehrendinger OK sucht derzeit noch Theatergruppen, Comedians, Slam-Poeten und weitere Darbieter von Kleinkunst verschiedenster Art, um das Bühnenprogramm zu ergänzen. Die einzelnen Ebenen sind via Treppe erreichbar, jedoch wird es für handicapierte Gäste einen Lift geben.

Highlight ist zum Abschuss bereit

«Die Besucher des ‹UniversAll›-Turms sollen sich wie Astronauten auf dem Weg zum Mars fühlen», so die Idee des OKs. Das Highlight ist die Rakete in der Mitte der Stahlkonstruktion. Sie wird einmal täglich mit Rauch, Licht und Soundeffekten ins «All» geschossen.

Damit die Gäste des «UniversAll»-Turms auf ihre Kosten kommen, sucht das OK noch Helfer. «Wir haben rund 1000 Einsätze, die wir besetzten müssen», sagt Laube. «Unser Projekt wird zwar von Ehrendinger Vereinen unterstützt und getragen. Aber zusätzlich zu deren Mitgliedern, brauchen wir Privatpersonen, die in den Bars und im Restaurant mithelfen.» Interessierte können sich auf der inzwischen erstellten Website von «UniversAll» melden.

Badenfahrt-Beizen-Betreiber, die ihr Projekt vorstellen möchten, können sich via baden@badenertagblatt.ch melden.