Jetzt steht definitiv fest, wo die rund 1350 Schülerinnen und Schüler während der Umbauarbeiten des Oberstufenzentrums Burghalde unterrichtet werden: Die Baubewilligung für zwei Pavillons auf der Ländliwiese ist rechtskräftig. Das Baugesuch lag zwischen 13. Dezember und 23. Januar öffentlich auf.

Laut Abteilung Planung und Bau der Stadt Baden gab es keine Einsprachen. Die Bauarbeiten starteten gestern Dienstag; für 6,26 Millionen Franken werden bis August zwei Gebäude mit je drei Geschossen erstellt. Der grössere der beiden Pavillons mit 30 Unterrichtszimmern wird bis 2021 bestehen; das kleinere Provisorium mit 15 Zimmern zwei Jahre länger, für die Zeit des Umbaus des Pfaffechappe-Schulhauses.

Eltern wehrten sich mit Petition

Noch im vergangenen Herbst war der Widerstand gegen das Provisorium gross. Eltern von Bezirksschülern schlossen sich zu einer Interessengemeinschaft zusammen. 800 Unterschriften kamen für eine Petition zustande, die verlangte, es müsse ein neuer Standort für die Schulprovisorien gesucht werden. Den Kindern und Jugendlichen biete sich rund um die Pavillons auf der Ländliwiese nicht genügend Freiraum, gleichzeitig werde den Bewohnern der Innenstadt eine Grünfläche weggenommen.

Dem Einwohnerrat waren alternative Standorte präsentiert worden, so der Schadenmühleplatz, der Rütibuck oder der Graben. Die IG forderte eine erneute Prüfung dieser Standorte, verzichtete nun aber auf eine Einsprache. Für eine Stellungnahme waren ihre Vertreter gestern nicht erreichbar.

Dass gegen das Baugesuch keine Einsprachen eingingen, sei eine grosse Erleichterung gewesen, sagt Stadträtin Sandra Kohler (parteilos), die das Ressort Planung und Bau und damit auch das Dossier für die Schulraumprovisorien nach ihrem Amtsantritt im Januar übernommen hat. «Ohne Bewilligung für die Pavillons auf der Ländliwiese hätten die Kinder auch im kommenden Schuljahr in der Burghalde unterrichtet werden müssen.» Und der Bau des Oberstufenzentrums hätte sich verzögert.

Sie habe nach ihrem Amtsantritt zusammen mit der Abteilung Planung und Bau noch einmal die Standorte diskutiert, die ursprünglich für die Provisorien zur Auswahl standen. «Ich kam ebenfalls klar zum Schluss, dass es keine Alternative zur Ländliwiese gibt.» Zudem habe noch einmal ein Austausch mit der Interessengemeinschaft stattgefunden. «Wir erklärten, dass wir diverse mögliche Massnahmen erarbeiten, um den Aufenthalt für die Schüler in und um die Provisorien so angenehm wie möglich zu gestalten», sagt Kohler weiter.

Einige dieser Massnahmen wurden dem Baugesuch beigefügt. Bereits beschlossen: Pausen der Ober- und Unterstufen – die Primarschüler werden im Ländlischulhaus neben der Wiese unterrichtet – werden zeitlich versetzt stattfinden. Aktuell geprüft werden weiter ein gedeckter Pausenplatz, Sportangebote über den Mittag in der Aue und ein provisorischer Asphaltplatz für Ballsport. Auch ob für Mittagspausen und Randstunden die Zivilschutzanlage Ländliwiese genutzt werde, sei nach wie vor offen. «Klar ist, dass wir diverse feuerpolizeiliche Auflagen erfüllen und die Räume freundlicher gestalten müssten, um sie den Jugendlichen zur Verfügung stellen zu dürfen.»

Auch Stadträtin Ruth Müri (Team), Vorsteherin des Ressorts Bildung, ist erleichtert, dass gestern mit dem Bau begonnen werden konnte: «Wir sind uns bewusst, dass der Schulbetrieb für alle Beteiligten anspruchsvoll sein wird und Flexibilität erfordert. Aber wir sind gleichzeitig davon überzeugt, dass der Schulbetrieb gut funktionieren wird.»