Baden

Grünräume mitten in der Stadt – zur Förderung der biologischen Vielfalt

Rund 50 öffentliche Plätze hat die Badener Stadtökologie im Rahmen des Projekts «Natur findet Stadt» naturnah gestaltet, so auch den Casino-Kreisel. Sandra Ardizzone

Rund 50 öffentliche Plätze hat die Badener Stadtökologie im Rahmen des Projekts «Natur findet Stadt» naturnah gestaltet, so auch den Casino-Kreisel. Sandra Ardizzone

In Baden wird die Förderung der biologischen Vielfalt vorangetrieben: Die Stadt hat öffentliche Plätze naturnah gestaltet. 40 Privateigentümer haben ihre Gärten im Rahmen des Projekts «Natur findet Stadt» aufgewertet.

Kleintierhotels für Käfer und Blindschleichen, Wildbienen-Häuser oder Lesesteinhaufen, die Eidechsen Schutz vor Katzen bieten: In den vergangenen zwei Jahren sind auf Grünflächen in Baden und Ennetbaden mehrere Dutzend solcher Aufwertungsmassnahmen umgesetzt worden. Georg Schoop, Leiter der Abteilung Stadtökologie, erklärte auf einem Rundgang durch die Stadt: «Unser Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu fördern. Durch die bauliche Verdichtung geraten qualitativ hochstehende Grünflächen immer mehr unter Druck oder drohen zu verschwinden.»

Die Massnahmen zur Förderung der Biodiversität wurden von der Stadtökologie Baden im Rahmen des Projekts «Natur findet Stadt» umgesetzt. Die Stadt gewann 2014 mit diesem Konzept den 1. Platz beim Ideen- und Projektpool-Wettbewerb des Kantons. Seither sind in Baden einerseits 50 öffentliche Grünräume aufgewertet worden: Spielplätze, Verkehrsinseln, Parkanlagen und Schulumgebungen wurden naturnah gestaltet und gepflegt. Anderseits hat die Stadt auch Privateigentümer gesucht, die bereit waren, ihre Gärten durch naturnahe Massnahmen zu erweitern.

Wer am Projekt teilnahm, kam in den Genuss einer einstündigen, kostenlosen Gartenberatung. «Mehr als 40 Gartenbesitzer haben mitgemacht und die Natur vor der eigenen Haustüre gefördert», sagt Schoop. «Das Projekt ist aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Die Stadt soll mit gutem Beispiel vorangehen, dadurch sollen Private zur Nachahmung animiert werden. Das ist uns gelungen.» Weitere Aufwertungen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum, seien für die kommenden zwei Jahre geplant.

Norbert Kräuchi, Abteilungsleiter Landschaft und Gewässer beim Kanton Aargau, zeigte sich begeistert vom Projekt. «Ein qualitativer Meilenstein und genialer Schritt der Stadt. Die Natur im Siedlungsraum wird uns in Zukunft immer mehr beschäftigen, weil auch die Bevölkerungszahl in den Städten zunehmen wird. Die Menschen müssen dafür sensibilisiert werden, dass die Natur ihren Platz braucht.» Kräuchi wünscht sich, dass weitere Gemeinden im Kanton dem Beispiel von Baden folgen und ihre Grünräume aufwerten. Naturama Aargau will das Projekt «Natur findet Stadt» weiterführen, als erstes wird in Aarau ein Infoanlass durchgeführt.

Das Projekt «Natur findet Stadt» wurde zu Teilen vom Kanton finanziert – er stellte 89 000 Franken zur Verfügung; die Stadt Baden nahm 84 000 Franken für die Aufwertung öffentlicher Flächen und 12 000 Franken für Beratungen und Aufwertungen privater Gärten in die Hand. Das Geld wurde dem Fonds für Umweltschutz und naturräumliche Aufwertungsmassnahmen im Stadtgebiet entnommen.

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