Wettingen
Gründungsmitglieder und ihre alten Marionetten kehren fürs Jubiläum zurück

1979 wurde die Badener Marionettenbühne gegründet, die in den 80ern nach Wettingen zügelte und zum «Figurentheater Wettingen» wurde. Das ist 30 Jahre her. Zum Jubiläum geben die Gründungsmitglieder ein Comeback – mit den Marionetten von damals.

David Egger
Merken
Drucken
Teilen

Sogar das Schweizer Fernsehen war 1979 bei der Premiere der Marionettenbühne Baden im Kornhaus dabei. Erfolg reihte sich an Erfolg. Dennoch wurde der Verein in seiner Gründungsstadt nie richtig heimisch. Ständig musste für die Proben ein neuer Raum gesucht werden.

In den 80er-Jahren wurde das Kellertheater im Wettinger Gluri-Suter-Huus zur festen Heimstätte. Ein «echter Glücksfall» sei das gewesen, sagt die Marionettenspielerin Barbara Winzer. «Die Gäste schätzen die Ambiance.» Der Bezug zu Baden ist trotz Umzug noch da: Dort findet jeweils das erfolgreiche Figura-Theaterfestival statt, das von Mitgliedern des Figurentheaters gegründet wurde.

Von der Marionettenbühne zum Figurentheater: Was ist der Unterschied? Marionetten werden an Fäden gezogen, sind sehr aufwendig herzustellen und für eine erfolgreiche Inszenierung braucht es viele Marionettenspielerinnen. Zusätzlich ist eine spezielle Bühne nötig, damit nur die Marionetten zu sehen sind.

Seit 2006 spielt das Ensemble mit Figuren. Diese hängen nicht an Fäden, sondern werden direkt mit der Hand gespielt. Auch alleine ist eine gute Inszenierung möglich. Zudem sind dem Figurenbau keine Grenzen gesetzt. Barbara Winzer bietet seit sieben Jahren Workshops zum Figurenbau an.

Kindergärtner und Schüler sind oft begeistert, wenn sie aus Recycling-Materialien Figuren herstellen. Die Faszination besteht darin, den Figuren Leben einzuhauchen», so Winzer. «Es gibt fast nichts, was man nicht machen kann.»

Den «Guckkasten» für Bier verzinkt

Zum Jubiläum kehren am 4. April die Marionetten zurück. Für die Wiederaufführung der «Legende vom vierten König» benutzt das Ensemble des Wettinger Figurentheaters die gleichen Marionetten wie bei der Erstaufführung anno 1985. Ihre Kostüme, ihre Körper aus Holz: alles selbst gemacht und dauerhaft – die feinen Glieder bewegen sich wie eh und je.

Ein vierter König im April? Laut Toni Kyburz – er ist Gründungsmitglied des Figurentheaters – handelt es sich nicht um ein Weihnachtsspiel: «Vielmehr ist es ein Passionsspiel für die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern.»

Kyburz hat die Holzkörper der Marionetten und die 450 Kilogramm schwere «Guckkasten»-Bühne gebaut. Für zwei Flaschen Bier hat er diese Ende der 70er-Jahre bei der BBC/ABB verzinken lassen.

Fürs Jubiläums-Comeback kann der «Guckkasten» nicht mehr gebraucht werden. Dafür wird die Bühne einen Meter angehoben und das Theater offen gespielt. So können die Zuschauer beobachten, wie die Spielerinnen im Hintergrund die Fäden ziehen.

Hier finden Sie Infos zum Spielplan und zu Workshops.