Baden
Grünes Licht für Limmat-Beiz – Anwohner blitzen mit Dutzenden Lärm-Einsprachen ab

Der Regierungsrat weist sämtliche Einsprachen von Anwohnern ab – die Bewilligung gilt aber nur temporär für zwei Jahre. Die Initiantin verrät, wann es losgehen soll.

Pirmin Kramer
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Der Tränenbrünneli-Platz an der Limmatpromenade.

Der Tränenbrünneli-Platz an der Limmatpromenade.

Sandra Ardizzone

An einem Sommerabend direkt am Limmatufer ein Bier trinken: In Baden ist dies aktuell nur im «Triebguet» unterhalb der Hochbrücke möglich. Pläne für eine zweite Flussbeiz liegen seit zwei Jahren in der Schublade von Fabienne Tanoa, sie plant mit ihrem Mann Jay beim Tränenbrünneli-Platz einen Gastronomiebetrieb. Doch die Beiz ist äusserst umstritten: Eine regelrechte Einsprache-Flut – 45 Anwohner wehrten sich – ging gegen das Baugesuch ein.

Der Stadtrat gab zwar unter strengen Auflagen und nur für einen temporären Test-Betrieb von zwei Sommersaisons sein Einverständnis; doch einige Einsprecher fochten diesen Entscheid vor dem Regierungsrat an. Dieser befasste sich Anfang April mit der Sommerbeiz – er hat die Einsprachen gegen den Gastrobetrieb in den wesentlichen Punkten abgewiesen und somit grünes Licht für den Betrieb gegeben.

Erleichterung bei Tanoa

«Wir sind sehr erleichtert über den Entscheid», sagt Fabienne . «Für uns steht jetzt fest, dass wir die Beiz errichten können, die Frage ist nur noch wann. Wir hoffen, dass wir im Frühsommer 2018 loslegen können.» Die Frist für den Weiterzug des Regierungsratsentscheids läuft allerdings noch bis Mitte Mai – die Korken knallen zu lassen, wäre also zu früh. Dennoch ist Tanoa zuversichtlich: «Nachdem nun bereits Stadtrat und Regierungsrat die Baubewilligung erteilt haben, zweifeln wir nicht mehr daran, dass der Betrieb zustande kommt. Wir sind überzeugt, dass die Nachfrage gross ist und die Beiz ein Erfolg wird. Wir glauben zudem, einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten zu können, denn die soziale Kontrolle am Promenadenufer wird durch unsere Präsenz erhöht.»

Die Bauprofile für die Beiz beim Tränenbrünneli waren letztes Jahr bereits ausgesteckt.

Die Bauprofile für die Beiz beim Tränenbrünneli waren letztes Jahr bereits ausgesteckt.

Pirmin Kramer

Geplant ist ein Gastronomie-Betrieb mit 60 Plätzen, der jeweils von Mai bis Oktober geöffnet hat. Aufgestellt werden sollen ein Container, in dem sich die Küche und die Bar befinden, sowie daneben eine Holzterrasse. Wochentags muss sie um 21 Uhr, an den Wochenenden um 22 Uhr schliessen, jegliche Musik wird untersagt, und es muss möglichst geräuscharmes Mobiliar verwendet werden – solche und weitere Auflagen verlangte bereits der Stadtrat.

Dennoch gingen mehrere Beschwerden gegen das Vorhaben ein. Die Beschwerdeführer machten unter anderem geltend, das Bauprojekt käme im Gewässerraum zu stehen, der Abstand zum Wald werde nicht eingehalten, die bestehenden Wohnhäuser entlang der Bäderstrasse wären von Lärmimmissionen übermässig stark betroffen, und es müsse mehr als nur ein Pflichtparkfeld geschaffen werden.

Nicht verhältnismässig

Einzig im letzten Punkt verlangt der Regierungsrat eine Anpassung der Baubewilligung – ansonsten weist er die Einsprachen zurück. Der Stadtrat wolle mit der temporären Baubewilligung Erfahrungen mit einem Gastronomiebetrieb beim Tränenbrünneli sammeln. Es wäre nicht verhältnismässig, die Baubewilligung für eine solch klar begrenzte Zeitdauer zu verweigern, begründet der Regierungsrat seinen Entscheid. Klar ist: Für den unbefristeten Betrieb einer Frischluftbeiz beim Tränenbrünneli müsste ein neues Gesuch beim Stadtrat eingereicht werden, wobei dieser ein qualitativ hochstehendes Bauvorhaben verlangt.

Bis in Baden ein weiterer dauerhafter Gastronomiebetrieb am Limmatufer entsteht, dürften somit ein paar weitere Sommer verstreichen.