Baden

Gutachten zeigt: Ausbau des Kurtheaters ist für Bäume nicht unproblematisch

Sollen stehen bleiben: Kastanien hinter dem Kurtheater. martin rupf

Sollen stehen bleiben: Kastanien hinter dem Kurtheater. martin rupf

Beim Ausbau des Kurtheaters sollen grundsätzlich alle gesunden Bäume stehen bleiben. SIcher müssen aber zwei Eichen, eventuell auch die Kronen einiger Kastanien zurückgeschnitten werden.

Als letzte Woche im Kurpark eine 100-jährige Rotbuche gefällt wurde, kam vielleicht bei einigen die Frage auf, ob diese Fäll-Aktion im Zusammenhang mit dem geplanten Um- und Ausbau des Kurtheaters steht. Tat sie nicht: Grund war ein Pilzbefall. Trotzdem stellt sich die Frage, inwiefern das Projekt die Bäume in unmittelbarer Nähe gefährdet.

Zu diesem Zweck hat die Tilia Baumpflege AG in Frick ein Baumgutachten erstellt. «Wir haben im Bereich der Hinterbühne Probegrabungen durchgeführt, um zu sehen, wie weit sich die Wurzeln der Kastanien erstrecken und in welchem Zustand die Wurzeln sind», sagt Claudius Bader von der Tilia Baumpflege AG.

Dabei habe sich gezeigt, dass es erstens gar nicht so viel Wurzeln gebe und dass diese gesund seien. Die geplante Unterkellerung der Hinterbühne sei machbar.

Die Wurzeln können mittels Wurzelvorhang geschützt werden. «Mit einer sogenannten Spundwand – eine Eisenplatte wird senkrecht im Boden versenkt – können wir den Wurzelbereich abgrenzen und Verletzungen und Schäden minimieren», sagt Bader.

Einzig das Anbringen dieser Wände könnte zu Problemen führen. Bader: «Eventuell müssen wir hierfür die Kronen der Kastanien stark zurückschneiden, was für diese nicht unproblematisch ist.»

Einen weiteren kritischen Punkt ortet Bader bei den beiden Eichen links vom Haupteingang des Kurtheaters. «Die Bäume stehen sehr nahe am Gebäude; für das geplante Projekt müssten die Bäume partiell sehr stark zurückgeschnitten werden.»

Der externe Projektleiter Adrian Humbel hält fest: «Grundsätzlich sind bis auf eine Buche alle Bäume rund um das Kurtheater in einem gesunden Zustand und weisen eine hohe Lebenserwartung auf.» Ziel sei es deshalb, all diese Bäume zu erhalten. «Wie die Kronen der Kastanien beim Anbringen der Schutzwände geschützt werden können, kann man noch nicht im Detail sagen», so Adrian Humbel.

Zukunft der beiden Eichen offen

Klar sei: Man werde grösste Vorsicht walten lassen, damit die Kastanien keinen Schaden nehmen. Zu den zwei Eichen beim Eingangsbereich meint Humbel: «Links vom Eingang wird sich in Sachen Volumen nicht viel ändern; es wird einzig eine neue Fassade geben.»

Insofern werde der Ausbau – es seien auch keine Erdarbeiten vorgesehen – die Bäume nicht tangieren. Humbel pflichtet den Baumpflegern aber bei: «Die Eichen stehen schon heute sehr knapp am Kurtheater. Insofern ist es auch offen, ob die Bäume längerfristig dort weiterwachsen können.»

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