In Kürze gibt es an jedem Abend Live-Konzerte in der Stadt zu hören: Vom 21. bis 28. Mai findet das Bluesfestival Baden statt. Dabei geht das 13. Bluesfestival unter der neuen Geschäftsleitung von Hans Peter Brunner über die Bühne. Er hat die Funktion von Susanne Slavicek übernommen, wobei diese weiterhin die Gesamtverantwortung als Präsidentin des Festivals trägt. Die beiden verraten, wie internationale Musikgrössen nach Baden finden und in welche Richtung sich das Festival bewegt.

Herr Brunner, Sie sind der neue Geschäftsleiter. Wird das etwas am Bluesfestival ändern?

Hans Peter Brunner: Nein, im Moment lerne ich vor allem viel dazu. Mein Fokus liegt darauf, das Festival operativ zu leiten. Ich möchte aber mit dem bestehenden Team zusammen das Festival weiterentwickeln und neue Projekte aufziehen. So veranstalten wir im Herbst zum ersten Mal ein Konzert im Rahmen «Blues meets Classic». Dort spielt der Schweizer Gitarrist und Songwriter Richard Köchli zusammen mit den Musikern der Argovia Philharmonics. Das Ganze wird im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen der Regionalwerke Baden am 27. September zu hören sein.

Frau Slavicek, was sind die Höhepunkte und die musikalischen Leckerbissen des diesjährigen Festivals?

Susanne Slavicek: Mit dem Gewinner des Grammy Awards, Jon Cleary, starten wir bereits mit einem Highlight am Eröffnungskonzert im Trafo. Wir wussten, dass er nominiert ist und freuen uns jetzt natürlich, dass er als Gewinner «Best Regional Roots Music Album» das Festival eröffnet. Jeff Jensen beendet seine Tournee hier in Baden und JJ Grey beginnt seine Europa-Tour am selben Abend im Nordportal. Ein musikalischer Leckerbissen ist natürlich die finnische Bluessängerin Ina Forsman. Sie spielt zum ersten Mal in der Schweiz. Das diesjährige Festival bietet wieder ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Programm. Die Künstler kommen aus aller Welt, das zeigt den Leuten: Guter Blues muss nicht unbedingt aus den USA stammen.

Worauf freuen Sie sich beide persönlich am meisten?

Hans Peter Brunner: Da ich selber aus der Blasmusik komme, freue ich mich besonders auf die spanische Band The Travellin’ Blues Brothers Big Band. Sie treten zum ersten Mal in dieser Formation ausserhalb von Spanien auf. Es sind 16 Leute auf der Bühne. Ich bin sehr gespannt,
wie sie in dieser Konstellation klingen werden. Aber auch Ina Forsman fasziniert mich. Sie hat eine tolle Stimme und ist gerade einmal 23 Jahre alt.

Susanne Slavicek: Auf diese beiden Acts freue ich mich auch. Besonders die Travellin’ Blues Brothers Big Band mit ihrer grossen Anzahl Musiker erscheint mir als eine Herausforderung. Mir persönlich gefällt aber auch Jon Cleary, da er mit seiner Musik auch Elemente von Soul, Funk und Rock einbringt.

Wie kommen diese internationalen Musikerinnen und Musiker eigentlich ins kleine Baden?

Susanne Slavicek: Das Bluesfestival wird immer bekannter. Für viele Musiker ist es eine Ehre hier zu spielen. Vieles läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda und das Festival wird unter Musikern weiterempfohlen. Ich weiss von Musikern, dass unser Festival bekannt ist für eine gute Atmosphäre und die gute Betreuung vor Ort. Ich denke auch, im Gegensatz zu US-amerikanischen Festivals, ist hier die Bezahlung der Künstler angemessen.

Rund ums Bluesfestival finden aber auch Workshops statt. Gibt es noch freie Plätze?

Susanne Slavicek: Die meisten Workshops sind schon vorbei oder ausgebucht. Am 27. Mai besucht Ina Forsman noch eine Schule in Lenzburg, um den Schülern die Bluesmusik näherzubringen. Ansonsten gibt es neben den Workshops und den Konzerten auch noch 30 Bluesfestival-Schaufenster in Baden und Wettingen zu betrachten. Das sind 10 mehr als im letzten Jahr. Dabei werden die Schaufenster entweder von unserem Team oder den Ladenbesitzern selbst mit Ballonen und Klebern des Festivals ausgeschmückt und dekoriert.

Wohin geht es mit dem Bluesfestival in den nächsten Jahren?

Hans Peter Brunner: Nächstes Jahr steht die Badenfahrt an, das gibt sicherlich vorerst genug zu tun.

Susanne Slavicek: Ein Thema, das uns immer beschäftigt, ist die Jugend. Einerseits wollen wir junge Menschen für die Bluesmusik begeistern, andererseits auch eine Plattform für junge Künstler sein. Deshalb werden wir sicherlich weiterhin neue Projekte in diese Richtung lancieren und junge Bluesmusiker fördern. Auch das Team wurde jünger in den letzten Jahren. Wir haben bewusst offene Stellen mit jungen Menschen besetzt.