Es ist absurd: Endlich kann die Stadt Baden wieder einmal ein erfreuliches Rechnungsergebnis präsentieren. Um rund 23 Millionen Franken besser als budgetiert ist es vergangenes Jahr ausgefallen. Doch statt zu jubeln, erweckt der Stadtrat den Eindruck, das Resultat sei unter dem Strich gar nicht so gut. Das Plus sei nur darum so hoch ausgefallen, weil Liegenschaften der Stadt neu und dabei besser bewertet worden seien. Die Verbesserung dieser Papierwerte würden kein Geld einbringen, so der Stadtrat. Das stimmt zwar, doch Tatsache ist ebenfalls, dass es nicht verboten wäre, Liegenschaften zu verkaufen und zu barer Münze zu machen. Zur Erinnerung: In vergangenen Jahren unter dem alten Stadtrat wurden Kritiker von Defiziten mit
dem Argument besänftigt, die Stadt Baden verfüge über attraktive Liegenschaften.

Stellt sich die Frage, warum das sehr gute Ergebnis nun unter Wert verkauft wird.
Eine Vermutung: Der Stadtrat will die Basis legen für eine künftige Steuererhöhung.
Eine solche lässt sich besser begründen, wenn der Eindruck herrscht, die Einnahmen müssten dringend erhöht werden.

Apropos Steuereinnahmen: In der ganzen Diskussion um die Bewertung der Liegenschaften geht fast vergessen, dass der Fiskalertrag 2018 in Baden kräftig stieg.
6,2 Millionen Franken mehr Steuern als erwartet nahm die Stadt ein. Sowohl natürliche Personen als auch Firmen haben mehr beigesteuert als budgetiert. Das ist die wohl erfreulichste Nachricht des Tages: Den Unternehmen in Baden geht es besser, als es Prognosen der Stadt glauben liessen.

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