Hänsel und Gretel werden aus der Not heraus von zu Hause weggeschickt und gelangen nach mühsamen Irrwegen schliesslich zum Lebkuchenhaus. So wie den Geschwistern erging es auch einigen der rund 2000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die 2016 in der Schweiz ein Asylgesuch einreichten. Das Stück «Hänsel und Gretel* – *Name von der Redaktion geändert» des Theaters «Junge Marie» erzählt ihre Geschichte. Am kommenden Dienstag ist das Theater zu Gast im Kurtheater Baden. Zur Vorstellung sind bereits zum dritten Mal auch rund 50 Flüchtlinge eingeladen.

Ein Jahr lang hat sich das Theater «Junge Marie» mit dem Schicksal der jungen Asylsuchenden auseinandergesetzt. Maja Bagat, Dramaturgin der «Jungen Marie», und ihr Team haben über das Netzwerk Asyl Aargau und die Tagesstruktur «Projekt UMA – Leben und Lernen» in Aarau unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) getroffen. Sie erzählten von den schwierigen Umständen der Flucht oder vom Ankommen in der Schweiz.

Die Geschichten dieser Jugendlichen waren die Grundlage der Inszenierung, während das Grimmsche Märchen als Rahmengeschichte dient. So stellt das Lebkuchenhaus die Bilder der Zielorte in den Köpfen der Flüchtlinge dar oder die Hexe das Warten der Asylsuchenden auf einen Entscheid der Migrationsbehörde. Sieben Nachwuchsschauspieler ohne Ausbildung schlüpfen als Hänsel oder Gretel in die Rollen der jungen Flüchtlinge. (az)

«Hänsel und Gretel* – *Name von der Redaktion geändert»: Dienstag,

21. November, 10 und 19 Uhr; Kurtheater Baden. Ab 13 Jahren.