Montagsporträt

Häuser bauen ist seine Leidenschaft - seit 40 Jahren

Markus Suter hält auf der Baustelle alle Fäden zusammen. AZ

Markus Suter hält auf der Baustelle alle Fäden zusammen. AZ

Markus Suter ist so gut in seinem Job als Polier, dass viele Bauherren extra nach ihm verlangen.

Vor 40 Jahren hat Markus Suter die Maurerlehre bei der ZenRuffinen begonnen, die 1989 von der Hächler AG Bauunternehmen in Wettingen übernommen wurde. Seit 40 Jahren tut er das, was er am liebsten macht – Häuser bauen.

Aktuell betreut Polier Markus Suter die Überbauung von 76 Wohneinheiten an der Zileggstrasse in Stetten. Diese Baustelle ist jedoch nur eine von rund 50, die er in den letzten 40 Jahren mitgeprägt hat. «Eine Herausforderung war der Bau der Busrampe beim Bahnhof Baden», sagt der 56-Jährige, der in Stetten lebt. «Für die hohe Konstruktion mussten wir eine besondere Betonmischung verwenden.»

Eine andere kleine Knacknuss war der Boden – beziehungsweise die Schräge – im Trafo-Kino. «Auch dort mussten wir eine stolze Neigung bewältigen.» Nicht minder spannend war für ihn die Umsetzung des Werkhofs der Regionalwerke Baden oder aber der Bau des Zwischenlagers in Würenlingen. Ein Bau, der mit Auflagen gespickt war, die täglich von Experten unter die Lupe genommen wurde. «Die Wände hatten dort eine Dicke von bis zu einem Meter. Normalerweise ist eine Wand gerade mal 20 bis 25 Zentimeter dick.»

Auf jeder Baustelle gilt es nicht nur, sich mit dem baulichen Umfeld vertraut zu machen. Auch fürs Zusammenarbeiten mit den Ingenieuren, Architekten und anderen Handwerkern muss eine gute Basis geschaffen werden. Zu Suters Hauptaufgaben gehören nebst dem Planen und Koordinieren der Arbeitseinsätze, dem Überwachen der Bauarbeiten und Sicherheitsvorkehrungen auch die Bestellung des Materials, Rapporte schreiben und anderes mehr.

Schon als Zehnjähriger gebaut

«Der Polier ist die Person auf der Baustelle, bei der alle Fäden zusammenlaufen», sagt André Crelier, Geschäftsführer der Hächler AG Bauunternehmen. Und dass Markus Suter diese Fäden perfekt im Griff habe, zeige, dass nicht wenige Bauherren seinen Einsatz auf der Baustelle explizit wünschten.

War Maurer und Polier zu werden ein Bubentraum? «Ich habe zwar noch als Sanitär- und Heizungsmonteur geschnuppert – doch mein Weg schien vorgezeichnet, waren doch schon der Grossvater und Vater als Polier tätig.»

Als Zehnjähriger hat Suter bereits mitgeholfen, den Stall für seinen Onkel zu bauen. «Meine Wand war zwar krumm, aber sie hielt», sagt er lachend. Die Freude, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, ist bis heute geblieben. «Man sieht am Abend, was man gemacht hat.» Das sei ein gutes Gefühl.

Nach der Lehre als Maurer hat Suter zwei Vorarbeiterkurse besucht und sich dann spontan mit einem Kollegen zur Polierprüfung angemeldet. «Wir haben einen Monat Ferien genommen, die Ferienwohnung meiner Tante im Berner Oberland gemietet und uns auf die Prüfungen vorbereitet.»

Doch nicht nur lernen stand auf dem Programm. Zwischendurch haben sich die beiden auch eine Auszeit auf der Skipiste gegönnt. Geschadet hat das nicht, haben doch beide die Polierprüfung geschafft. 40 Jahre bei Wind und Wetter draussen, das fährt in die Knochen, oder? «Man wird nicht jünger, steckt die Wetterwechsel und die körperliche Anstrengung nicht mehr gleich weg wie früher.»

Doch nur im Büro zu arbeiten, das wäre nichts für Suter. So erstaunt denn nicht, dass er auch die Freizeit vor allem draussen verbringt. Seine Leidenschaft gilt Autos, etwa seinem Veteranen-Cabriolet Celica, aber auch den kleinen Flitzern, die man fernsteuern kann.

«An den Wochenenden begleiten meine Frau Gabriela und ich unsere Kinder häufig zu ihren Sportanlässen.» Die 21-jährige Tochter Deborah spielt Tischtennis, ist in Luzern in der Nati B-Mannschaft. Sohn Dominik, 16 Jahre, ist im Fussballclub Mellingen mit von der Partie.

Und – irgendwann würde Suter gerne wieder eine grössere Reise in die USA machen. «Wir haben in Las Vegas vor 22 Jahren geheiratet. Mich nimmts wunder, ob unsere Kirche noch steht.» Wenn sie so gebaut wurde, wie Markus Suter bei «seinen» 50 Grossbaustellen zu arbeiten pflegt – dann wohl schon.

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