Wettingen
Hair Cup: Hier wird um die Wette geschnipselt und gestylt

Am Sonntag fand im Tägi der 40. Aargauer Hair Cup statt. 150 Coiffeurlernende frisierten, stylten und kreierten die verrücktesten Frisuren. Besonders auffällig: Die Ausgelehrten, die sich dem Thema «40er-Jahre» annahmen.

Sandra Ardizzone
Drucken
Teilen
Hair Cup im Tägi Wettingen
9 Bilder
Es wurde in verschiedenen Kategorien frisiert und gestylt – unter Zeitdruck, wie später einmal an der Lehrabschlussprüfung.
Juliana Baiao (29), Emmenbrücke: «Ich hatte schon als Lernende dreimal am Hair Cup mitgemacht. Heute bin ich aber hier, um unsere Lehrtöchter zu unterstützen. Es ist eine wertvolle Erfahrung für sie, auch als Vorbereitung für die LAP.»
Alessio Di Raimondo (17), Kleindöttingen: «Ich bin im ersten Lehrjahr als Coiffeur und schon etwas nervös. Mir haben im Betrieb alle gut zugeredet und gesagt, dass es ein guter Anlass ist. Deshalb habe ich mich angemeldet.»
Céline und Andrea Steiger (16/42), Küttigen: «Ich bin im ersten Lehrjahr und will zeigen, was ich kan. Mein Mami ist heute mein Modell für die Ballfrisur. Schon früher habe ich gerne mit Frisuren herumexperimentiert.»
Ramon Grimm (30), Baden: «In unserem Coiffeurgeschäft ist es Pflicht, am Hair Cup teilzunehmen. Schliesslich ist es die beste Vorbereitung für die LAP. Toll ist es für die Lernenden, dass sie künstlerisch, individuell und kreativ arbeiten dürfen.»
Valentina Rrahmani (17), Stetten: «Bereits zum zweiten Mal darf ich Modell für meine grosse Schwester sein. Sie ist im dritten Lehrjahr und macht mir heute eine Ballfrisur. Als Modell fühle ich mich wohl.»
Rico Fehr (28), Baden: «Mein Kollege hat ein Coiffeurgeschäft und ich begleite ihn bereits zum fünften Mal. Ich finde, dass das Ganze ein bisschen mehr Pomp und Showelemente vertragen würde, das würde mehr Leute anziehen. Die Arbeiten, die hier präsentiert werden, haben das verdient.»
Danijel Bijorac (27), Emmenbrücke: «Obwohl ich aus einem ganz anderen Feld komme, bin ich heute bereits zum dritten Mal hier. Es ist beeindruckend zu sehen, wie kreativ die jungen Leute arbeiten. Es ist auch eine Chance für die Lernenden, sich zu präsentieren, und für die Eltern, einen Einblick in die Arbeit ihrer Kinder zu bekommen.»

Hair Cup im Tägi Wettingen

Sandra Ardizzone

An den Tischen in der Mitte der Tägihalle wird geschnipselt, geföhnt und toupiert, was das Zeug hält. Unter begeisterten, aber teilweise auch kritischen Blicken der rund 800 Zuschauer zeigen Coiffeurlernende an der 40. Aargauer Hair Trophy im Wettinger Tägi ihr Können.

Die Modelle werden in verschiedenen Kategorien passend zum Thema frisiert und gestylt. Denn zur Gesamtbewertung zählt nicht nur die Kreativität und Umsetzung der Frisur, sondern auch das Gesamtbild.

Wie in den 40ern

Besonders auffallend waren am vergangenen Sonntag die Modelle der Ausgelernten. Diese hatten erstmals eine eigene Kategorie – passend zum 40-Jahr-Jubiläum traten sie mit dem Thema «40er-Jahre» an.

Da stöckelten Damen in hochtoupierten Haaren und mit Zigarettenspitze in der behandschuhten Hand zwischen unscheinbaren Sekretärinnen im Tweed-Anzug mit passendem Koffer herum.

Überall waren die Lernenden mit voller Konzentration dabei
10 Bilder
Es entstanden die unterschiedlichsten Frisuren
40. Hair Cup in Wettingen
Blick in die Tägihalle
Dame im 40er-Jahre-Stil.
Die Arbeit wird bewertet

Überall waren die Lernenden mit voller Konzentration dabei

Sandra Ardizzone

Wäre da nicht die ständig aus den Boxen wummernde Popmusik gewesen, man hätte sich glatt an einen Anlass der 40er-Jahre zurückversetzt gefühlt.

Doch die Lernenden standen ihren älteren Berufsgenossen in nichts nach: Bei kunstvollen Ballfrisuren und frechen Freestyle-Haarprachten fragte sich mancher Besucher, wie es möglich war, die Haare so zu befestigen, dass sie das Schaulaufen vor der Jury überstanden.

Weniger Anmeldungen als letztes Jahr

Annette Wey vom Organisationskomitee ist überzeugt, dass der Hair Cup eine wertvolle Erfahrung für die Jugendlichen ist: «Hier können sie sich auf die Prüfungssituation der Lehrabschlussprüfung vorbereiten und erfahren, wie es ist, unter Zeitdruck und ständiger Beobachtung zu arbeiten. Ausserdem erhalten sie die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten und ihre Kreationen einem grossen Publikum zu präsentieren.»

Doch trotz Glamour und Übungsmöglichkeit wollen immer weniger Lernende am Hair Cup teilnehmen. Waren es im vergangenen Jahr noch rund 200 Anmeldungen, frisierten an der diesjährigen Austragung nur noch 150 Coiffeurlernende im Tägi.

Das erklärt sich Annette Wey vom Organisationskomitee damit, dass die Vorbereitungen sehr zeitintensiv sein können. Zeit, die viele Jugendlichen lieber anderweitig nutzen. Rund 20 Stunden investieren die Lernenden pro Frisur – in der Freizeit, notabene.

Aktuelle Nachrichten