Baden
Halde-Sanierung: «Der Wettbewerb hat sich einmal mehr bewährt»

Für die Sanierung der geschützten Altstadthäuser Untere Halde 5 und 7 ist das Siegerprojekt ermittelt worden. Gewonnen hat das Zürcher Büro Horisberger Wagen Architekten GmbH.

Roman Huber
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Links das zweiteilige Haus Untere Halde 5, mit verscmutzter Fassade daneben die 5
11 Bilder
Vorderfassade des Hauses Untere Halde 7, wie im Haus 5 mit Ladenlokal im Erdgeschoss.
Blick in der Unteren Halde Richtung Holzbrücke und Landvogteischloss (im Hintergrund).
Die gegen Süden gerichtete Rückseite (links Haus 7, rechts (grün) die 5) erhält eine einheitliche Veranda-Fassade.
Blick von der Kronengasse direkt auf die Untere Halde 5.
Die Rückseiten der Häuser 5 und 7 werden mit dem Sanierungsprojekt optisch einandner angenähert.
Blick vom Graben auf die Rückfassaden der Häuser (mit ungeraden Nummern) an der Unteren Halde.
Die Untere Halde stadtaufwärts Richtung Obere Halde
Blick in der Unteren Halde Richtung Holzbrücke und Landvogteischloss (im Hintergrund)
An der Rückfassade erhielten vor vielen Jahren Vorbauten für die Erschliessung.
Impressionen vom heutigen Zustand der Häuser

Links das zweiteilige Haus Untere Halde 5, mit verscmutzter Fassade daneben die 5

AZ

27 Architekturbüros interessierten sich für das Sanierungsprojekt der beiden städtischen Liegenschaften in der unteren Altstadt. Sechs davon wurden nach einer Präqualifikation für den Wettbewerb selektioniert. Gewonnen hat das Zürcher Büro Horisberger Wagen Architekten GmbH. Die Sanierung mit den geplanten gestalterischen Anpassungen wird auf 4,1 Mio. Franken budgetiert.

Gute altstadtgerechte Lösungen

Kein Jahr ist es her, dass der Einwohnerrat den Projektierungs- und Wettbewerbskredit heftig diskutiert hat. FDP- und SVP-Fraktion wollten den Wettbewerb wegsparen und stellten sogar einen Rückweisungsantrag, der jedoch abgelehnt wurde. «Das Wettbewerbsverfahren, wie wir es in Baden immer wieder anwenden, hat sich einmal mehr bewährt», sagt Jarl Olesen, Leiter Abteilung Planung und Bau. «Interessant ist, dass die beiden erst platzierten Projekte für die Untere Halde 5 und 7 dieselbe Organisation mit je einem Ladenlokal und drei Wohnungen vorschlagen», fügt Olesen an.

Die architektonische Umsetzung im Innern, angemessene Vorschläge zur Materialisierung nach den Vorgaben der Denkmalpflege, Funktionalität (optimaler Wohnungsschlüssel), Wirtschaftlichkeit, was Bau-, Betriebs- und Unterhaltskosten anbetrifft sowie die ökologische und soziale Nachhaltigkeit (umweltfreundliche Bauweise und erschwingliche Folgemieten) waren die Vorgaben für die Wettbewerbsteilnehmer. In einem anonymen Verfahren ist das Projekt «ungrhabi» nach eingehender Diskussion zum Sieger erklärt worden, heisst es im Jurybericht. Aufgrund der guten Qualität aller sechs eingereichten Beiträge beschloss das Preisgericht, allen Verfassern eine Entschädigung von 6000 Franken auszurichten.

Aussen und innen unterschiedlich

Das Siegerprojekt behandelt die beiden Häuser in der inneren Organisation sehr unterschiedlich, nähert sie dagegen äusserlich sogar physisch einander an. Das zeigt sich insbesondere auf der Südseite (Foto Auftaktseite), wo die Architekten eine grosszügige Verandaschicht vorschlagen, die in ihrer Ausformulierung die Jury überzeugt und den Bewohnern viel Wohnqualität bringen wird. «Die kräftig ausformulierte Holzkonstruktion wirkt sehr stimmungsvoll», hält die Jury fest. Damit werde das Erscheinungsbild geklärt. An der historischen Aussenwand sollen keine neuen Öffnungen gemacht werden.

Die Neuorganisation der beiden Häuser – Untere Halde 5 steht unter kantonalem Denkmalschutz, die 7 unter kommunalem Schutz – orientiert sich an der vorhandenen Raumstruktur und Erschliessung. Dadurch ergeben sich unterschiedlich tiefe Eingriffe. Die Unteren Halde 7 erhält ein neues Treppenhaus und wird organisatorisch optimiert; es werden keine Liftanlagen eingebaut, auf den Ausbau des Dachgeschosses verzichtet man in beiden Häusern. Im Haus 5 sind die Eingriffe weniger tief.

Ausstellung: Die Wettbewerbsarbeiten sind im 2. Geschoss, Untere Halde 7, von heute bis 6. Februar, von 16.30 Uhr (heute erst 17 Uhr) bis 20 Uhr ausgestellt.