Im Februar des vergangenen Jahres geriet das Hallensportzentrum «Go Easy» in Siggenthal Station in die Schlagzeilen: Die für den Betrieb zuständige «BPM Sports Management GmbH» hatte sich einen Verlust von 200 000 Franken eingehandelt und ging Konkurs. Zu den Gläubigern gehört auch die die Besitzerfirma des Sportzentrums – die «Go Easy Freizeit & Event AG» von Beat Anliker. «Wir haben noch immer keinen Rappen von den rund 70 000 Franken gesehen», sagt er auf Anfrage. «Ich hoffe, dass das Konkursamt genau hinschaut und prüft, wohin das Geld verschwunden ist.»

Dass die Schwesterfirma der konkursiten Firma – die BMP Sports GmbH – laut Website nach wie vor sieben Mitarbeiter beschäftigen könne, sei «suspekt», findet Anliker. «Falls die Behörden nicht dafür sorgen, dass wir zu unserem Geld kommen, bietet sich uns noch die Möglichkeit, eine Strafanzeige einzureichen.»

Der Bau des grössten Sportzentrums im Aargau, bei dem neben den Hallen auch ein Hotel, ein Restaurant, ein Bowling- und ein Fitnesscenter erstellt wurden, kostete 13 Millionen Franken (wobei die Stadt Baden ein Darlehen von 1 Million Franken beisteuerte). In den ersten Monaten nach der Eröffnung 2016 war Beat Anliker für den Betrieb zuständig, ehe er diesen der externen Firma übertrug. Nach der Pleite übernahm wieder Beat Anliker das Zepter. Er zweifle keine Sekunde daran, dass er das zuletzt hochdefizitäre Sportzentrum wieder in die schwarzen Zahlen führen könne, sagte er vor einem Jahr. «Dieses Ziel haben wir erreicht», sagt er jetzt. «Klar aber ist, dass das Go Easy keine Goldgrube ist und nie eine sein wird.» Die Hallenmiete zu erhöhen, sei keine Möglichkeit, um Einnahmen zu generieren: «Die Vereine wären dann wohl nicht mehr bereit, die Miete zu bezahlen.» Noch Steigerungspotenzial bestehe bei der Auslastung des Hotels, das insgesamt zu weniger als 50 Prozent belegt sei. Sehr erfreulich sei die hohe Auslastung des Fintesscenters, sagt Anliker.

Ob und wann die Gläubiger mit Rückzahlungen rechnen können, wisse er nicht, sagt Rainer Gilg, Managing Director der konkursiten BPM Sports Management GmbH, auf Anfrage. «Ich kann nicht abschätzen, welche Summe von den Restbeträgen an wen fliessen wird, das entscheidet das Konkursamt Bern-Mittelland.»

«Wie ein Unfall im Strassenverkehr»

Den Konkurs vergleicht er mit einem Unfall im Strassenverkehr: «Trotz aller Vorsicht kam es leider zum Konkurs.» Alle Beteiligten hätten Geld verloren, auch er selber eine grosse Summe. «Ich frage mich immer wieder, was wir hätten anders machen können.»

Seit 2006 führt Gilg die Firma BPM Sports GmbH mit sieben Mitarbeitern. Diese Firma blieb vom Konkurs der Schwesterfirma unbehelligt. «Die eine Firma hat mit der anderen nichts zu tun, und die Anzahl Mitarbeiter sagt nichts über den Geschäftsgang aus», sagt Rainer Gilg.

«Die Leute erwartet eine Baustelle – aber auch eine neue Wettkampfhalle»: Das sagt VR-Präsident Beat Anliker kurz vor der Eröffnung der Go-Easy-Arena.

«Die Leute erwartet eine Baustelle – aber auch eine neue Wettkampfhalle»: Das sagt VR-Präsident Beat Anliker kurz vor der Eröffnung der Go-Easy-Arena.

21. Januar 2016