Seinen Austritt von der Fernwärme Siggenthal hatte der ehemalige Nationalrat Hans Killer bereits vor zwei Jahren angekündigt. Voller Stolz blickt der 70-Jährige auf das Erreichte zurück, doch «es ist Zeit für eine neue Generation», wie er sagt. Killer ist gelernter Tiefbauzeichner und Maurermeister und hatte 1986 beim Bau des Refuna-Netzes mitgewirkt. Dort wurde er vom Fernwärmevirus angesteckt.

Als Gemeindeammann von Untersiggenthal machte sich Killer ab 1990 stark für die sinnvolle Nutzung der Abwärme aus der naheliegenden Kehrichtverbrennungsanlage KVA Turgi. Killer bezeichnet sich selbst als «Wanderprediger für die Fernwärme». Mit seinem verbündeten Albert Meier, damals stellvertretender Direktor bei den Aargauischen Elektrizitätswerken AEW, peitschten die beiden Fernwärmepioniere ihre Vision der sauberen Wärme beharrlich durch die Mühlen der Ämter. Als Grossrat trug Killer ab 1993 seine Vision in die politischen Kommissionen des Kanton Aargau. Meier sorgte derweil beim Bund für die nötige Akzeptanz und Förderung. 1994 schliesslich gegründeten die AEW, EGS, die KVA und die Gemeinden Ober- und Untersiggenthal ein Konsortium, aus welchem 1995 die Fernwärme Siggenthal AG entstand. Später kam die Gemeinde Turgi als Aktionär dazu. Die ersten Kunden wurden im Juli 1997 mit Wärme beliefert.

Anfangs waren die Zweifel an der Fernwärme gross, doch sie sind längst ausgeräumt. Die FWS ist erfolgreich und schüttet seit 2013 Dividenden aus. «Jeder kann mit der Unterstützung der Fernwärme einen Beitrag zu einer Verbesserung im Umgang mit unserer Umwelt leisten», sagte Hans Killer in seiner Rede. Ferner wurden verabschiedet: Gründungsmitglied Rolf Frech von der Elektrizitätsgenossenschaft Siggenthal EGS, Peter Krebs, der langjährige Sekretär des Verwaltungsrates sowie Lucia Wietlisbach, 13 Jahre lang zuständig für die Finanzen der Gesellschaft. Im Anschluss hat der Verwaltungsrat Kurt Schmid als neuen Präsidenten gewählt.