Fislisbach

Hat die alte Deponie Wolfbühl schädliche Spuren hinterlassen?

Qualmende Kehrichtdeponie am Rande eines Dorfes: in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein alltägliches Bild. (az/Archiv)

Qualmende Kehrichtdeponie am Rande eines Dorfes: in den Fünfziger- und Sechzigerjahren ein alltägliches Bild. (az/Archiv)

Über die ehemalige Kehrichtdeponie zwischen Rütihof, Mellingen und Fislisbach ist längst Gras gewachsen. Jetzt wird untersucht,ob die im Boden vergrabene Altlast der Umwelt schadet.

1952 fuhr der erste Pferdewagen zur damaligen «Wolfsbühle» – heute «Wolfbühl» –, um Siedlungsabfälle zu entsorgen. Durch den Abbau von Kies war dort ein rund neun Meter tiefes Loch mit der Fläche eines Fussballfeldes entstanden. Ein geeigneter Ort also, um Kehricht zu lagern. Ab 1972 musste der Abfall in der Kehrichtverbrennungsanlage Baden entsorgt werden. In der Folge wurde die «Wolfbühl» mit Erde überdeckt.

Die ehemalige Deponie ist längst zugewachsen und wird heute durch einen Landwirt bewirtschaftet. Grundeigentümerin und ehemalige Betreiberin der Deponie ist die Gemeinde. Wie Roger Kamber, Leiter Tiefbau, erklärt, ist die Deponie Wolfbühl im Kataster der belasteten Standorte des Kantons Aargau eingetragen. Jetzt verlangen Bund und Kanton im Rahmen «eines normalen Vorgangs», dass das Gebiet auf mögliche Belastungen bezüglich der Umwelt hin untersucht wird.

Auch Industrieabfälle gelagert

«Die erste Voruntersuchung, die sogenannte Historische Untersuchung, ist jetzt abgeschlossen», sagt Kamber. Durch die Befragung von Zeitzeugen sei ans Licht gekommen, dass nebst Siedlungsabfällen teilweise auch Farben und Lack sowie andere Industrie- und Gewerbeabfälle in der Deponie entsorgt worden seien. Die Voruntersuchung durchgeführt hat die Firma Holinger AG aus Dättwil.

«Weil die Deponie keine Abdichtung aufweist und der Untergrund gut durchlässig ist, sind mit grosser Wahrscheinlichkeit Umwelteinwirkungen durch austretende Schadstoffe zu erwarten», ist dem Bericht zu entnehmen. Ob die alte Deponie hinsichtlich des Grundwassers, des Oberflächenwassers und des Bodens überwacht oder saniert werden müsse, könne nur mit einer technischen Untersuchung geklärt werden.

Bohrung soll Klarheit bringen

Der Gemeinderat zeigt sich in seiner Mitteilung zuversichtlich: «Aufgrund der Resultate der Historischen Untersuchung kann mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Deponie nicht saniert werden muss.» Ob dies tatsächlich zutrifft, werden die vorgesehenen Bohrungen im Jahr 2015 aufzeigen.

«Im Budget wurden dazu bereits 44 000 Franken aufgenommen», sagt Kamber. Das entsprechende Pflichtenheft für die technische Untersuchung muss vor den Bohrungen durch den Kanton genehmigt werden. Auch der «Historische Bericht» liegt dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt zur Stellungnahme vor.

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