Ämtli-Wahn

Hat Geri Müller eigentlich nie genug?

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Sein Terminkalender ist so voll wie die Suppenschüssel: Geri Müller

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Geri Müller hat sich ein neues Amt angelacht. Der Badener will als Vorstandsmitglied beim Parlamentarischen Netzwerk der Weltbank auf die Finger schauen. Es ist ein Engagement mehr in der langen Ämter-Liste des Grünen Ständeratskandidaten.

Geri Müller ist ein Tausendsassa. Das zeigt ein Blick auf seine politischen und ehrenamtlichen Aufgaben. So ist der Grüne Nationalrat (70-Prozent-Pensum) unentgeltlich in nicht weniger als acht Vereinen und Stiftungen als Vorstandsmitglied, Präsident oder Beirat aktiv.

Und auch auf dem politischen Parkett ist er im In- und Ausland oft anzutreffen - sei es aufgrund seiner Engagements in Schulen, Pflegefachverbänden, seinem Amt als Präsident der Ausspolitischen Kommission, als Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Schweiz-Russland oder der Gruppe Peak Oil.

Seit heute kann der Vizeammann der Stadt Baden (25-Prozent-Pensum) die Liste seiner zahlreichen Ämter um einen Eintrag verlängern. In der Nichtregierungsorganisation «Parlamentarischen Netzwerk der Welt Bank» will er als eines von neun frisch gewählten Vorstandsmitgliedern Einfluss auf die Weltbank nehmen und diese besser kontrollieren. Dem Netzwerk gehören inzwischen mehr als 800 Parlamentarier aus 110 Ländern an. 

«Beträchtliche Zusatzarbeit»

«Das ist schon eine beträchtliche Zusatzarbeit», gibt der 50-Jährige zu. Er rechnet mit einem Pensum von bis zu 10 Prozent. Drei grosse Meetings finden pro Jahr statt, hinzu kommen beinahe wöchentliche Telefonkonferenzen. «Was die Reisekosten angeht, muss ich noch mit dem Parlalment verhandeln», sagt der Nationalrat. Er hoffe, dass ihm die Spesen übernommen werden - denn für seine Arbeit sehe er - im Gegensatz zu Kollegen aus anderen Ländern -  ja auch keinen Rappen.

Für sein fleissiges herumjetten - durchaus mal in der Businessclass - hagelte es auch schon Kritik. Müller verteidigt sich: «Die Präsenz vor Ort ist wichtig und dient auch der Schweiz.»

Ob er bei einer allfälligen Wahl in der Ständerat seine vollgepackte Ämterliste ein wenig strafft, lässt er offen. (jep)

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