Wettingen

Hauswart: «In den 22 Jahren wollte ich nie vom Rathaus weg»

Walter Wiederkehr ging im Rathaus ein und aus.Emanuel Freudiger

Walter Wiederkehr ging im Rathaus ein und aus.Emanuel Freudiger

Walter Wiederkehr geht nach über zwei Jahrzehnten als Hauswart in Pension. Während dieser Zeit hat er viel erlebt und unzählige Lebensgeschichten gehört. Die Arbeit war für ihn nie nur ein «Müssen». Am Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag.

Walter Wiederkehr weiss: «Wenn ich den andern gut schaue, geht es mir auch gut.» Er arbeitete über zwei Jahrzehnte lang als Hauswart im Rathaus - heute Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag vor der Pension. Miterlebt hat er viel, musste Wiederkehr doch zu Beginn, vor 22 Jahren, in den Sitzungszimmern noch Dia-Projektoren anstelle von Beamern und Mikrofonen vorbereiten.

Walter Widerkehr im Interview

Walter Widerkehr im Interview

Apéros und Reparaturen

Der Hausdienst, Reparaturen und das Vorbereiten von Sitzungszimmern oder Apéros waren Wiederkehrs Haupttätigkeiten. An Letzterem hatte er immer Freude. Wenn die Gemeinde einen Anlass mit Apéro hatte, war Wiederkehr dabei - sei es an Vernissagen oder der Einweihung der Landstrasse oder von Schulhäusern. Immer wieder hat er neue Leute kennen gelernt: «Ich war immer im Kontakt mit denen, die im Rathaus ein und aus gehen», sagt Wiederkehr.
Aber nicht nur im Rathaus war der 62-Jährige unterwegs, auch die Kindergärten, die Bibliothek, die Musikschule und das Gluri-Suter-Huus waren unter seiner Betreuung. Und noch eine Aufgabe hatte er ausser Haus: Wenn der Gemeindeammann losging, um den 90-, 95- und 100-Jährigen in Wettingen zu ihrem Geburtstag zu gratulieren, war Wiederkehr stets dabei - 18 Jahre lang. «Es gab oft spannende Lebensgeschichten zu hören», sagt er.
Walter Wiederkehr mochte die Arbeit im Rathaus. «Montags war es für mich nie ein Müssen, zur Arbeit zu gehen», sagt er. Nachdem er früher einige Jahre in einer Mosterei in Mellingen und im Wettinger Bauamt gearbeitet hatte, wurde die Stelle als Hauswart im Rathaus frei. «Ich wollte schon immer ins Rathaus», sagt Wiederkehr. «Seit ich dort angefangen habe, wollte ich nie für eine andere Stelle weg.»

«Dankbare Arbeit im Rathaus»

«Die Arbeit im Rathaus war immer dankbar», sagt Wiederkehr und schmunzelt. «Wenn etwas defekt war, waren die Betroffenen immer froh, wenn ich es reparieren konnte.» Und doch ist er sich bewusst: «Ich musste immer meinen Teil dazu beitragen, dass ich mich gut mit den Leuten verstehe.» Die meisten hätten wohl seine unkomplizierte Art gemocht, sagt Wiederkehr. «Ich kann auch anders», fügt er an und lacht. «Aber das kam in den 22 Jahren nicht oft vor.»
Seinen letzten Arbeitstag schliesst Walter Wiederkehr mit einem Apéro ab. Obwohl er immer selbst dafür zuständig war, «an meinem letzten Arbeitstag läuft es für einmal umgekehrt - heute mache ich den Apéro nicht selbst», sagt er und lacht. Wiederkehrs Nachfolger heisst Roland Rüegger und wurde seit 1. Dezember letzten Jahres von Walter Wiederkehr eingearbeitet.

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