Abends ab 21 Uhr und bis 8 Uhr keinen Alkohol mehr in Zügen, Bussen und Trams trinken? Der Obwaldner CSP-Nationalrat Karl Vogler fordert mit einer Motion genau dies. «Am Abend leidet die Qualität des öffentlichen Verkehrs wegen Personen, die übermässig Alkohol konsumieren», zitiert ihn die «Zentralschweiz am Sonntag». Vom Vorstoss nicht betroffen wären Speisewagen.

Der Wettinger Gemeinderat und Präsident der EVP Schweiz Heiner Studer kann den Vorstoss «zu 100 Prozent unterstützen». Ein Rauchverbot sei auch durchgesetzt worden. «Ein Alkoholverbot wäre sinnvoll», meint er. Ausserdem sei es kontrollier- und durchsetzbar.

Mehr Sicherheit

Dass mit dem Verbot das Personal aufgestockt werden muss, sieht Studer, der von 1999 bis 2007 Nationalrat war, nicht als Problem. «Wegen Vandalismus wird heute sowieso schon mehr Personal benötigt.» Das Durchsetzen des Alkoholverbots sei deshalb mit der allgemeinen Kontrolle vereinbar. «Im öffentlichen Verkehr gibt es heute echte Probleme», so Studer. «Die Leute haben teilweise Angst und wollen nicht mehr einsteigen.»

Das nächtliche Alkoholverbot würde deshalb die Sicherheit vor allem für die Mitreisenden verstärken.

Jugend bevormundet

Nicht dieser Meinung ist Florian Vock, Präsident der Juso Kanton Aargau. «Es ist ein absurder Vorstoss», sagt er. «Es ist nur ein Versuch, die Jugend zu disziplinieren.» Es gebe unbestritten Probleme, gesteht er ein. Mit einem Verbot löse man diese aber sicherlich nicht. Die Jugend werde so bevormundet. (ldu)